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Neue Dienstpistole für Bayerische Polizei.

Millionenprojekt

Nach 40 Jahren: Bayerns Polizei bekommt neue Pistolen

München - Leichter, flexibler und mit mehr Munition: Die bayerische Polizei bekommt ab 2019 neue Dienstwaffen. Doch welches Modell es wird, ist noch offen. Klar ist hingegen: Der Wechsel wird teuer.

Der Freistaat schafft ab 2019 für die Polizei neue Dienstpistolen an. Das alte Modell „P7“ aus dem Hause Heckler & Koch hat ausgedient: Es wird seit 2008 nicht mehr produziert. Im Juni startet deswegen ein europaweites Ausschreibungsverfahren für das neue Modell. „Wir rechnen mit rund 30 Millionen Euro Gesamtkosten“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München.

Die Anforderungen sind laut Herrmann ein möglichst geringes Gewicht, eine einfache Bedienung und eine flexible Anpassung des Griffstücks. Bisher gebe es drei Pistolen, die dafür in Betracht kämen. Dies seien die „P320“ der Firma Sig Sauer, die „SFP9“ von Heckler & Koch und die „PPQ“ des Herstellers Walther.

Alle drei sind leichter und handlicher als die „P7“. Außerdem verfügen sie mit 15 Patronen über ein größeres Magazin - das Magazin der „P7“ fasst nur acht. Ein größeres Magazin sei vor allem in einer möglichen terroristischen Bedrohungslage wichtig, sagte Herrmann.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert schon lange eine modernere Ausrüstung. Dagegen heißt es aus dem Innenministerium, die „P7“ habe sich „aufgrund ihrer Leistung und Präzision bis jetzt stets bewährt“. Die Entscheidung für den Austausch hat deshalb für das Ministerium primär auch nur einen organisatorischen Hintergrund: Die „P7“ wird bereits seit 2008 nicht mehr hergestellt, deshalb kann weder der steigende Bedarf an Waffen noch an Ersatzteilen langfristig gedeckt werden. Zuvor hatte Bayern die Restbestände anderer Bundesländer aufgekauft, welche ihrerseits bereits auf neue Waffen umgestellt hatten.

Derzeit gibt es rund 33.500 Waffenträger bei der bayerischen Polizei. Doch von der neuen Pistole sollen gleich 40.000 Stück produziert werden. Das erklärt Herrmann mit dem steigenden Bedarf: „Unser Sicherheitskonzept sieht vor, in den nächsten vier Jahren 2000 neue Stellen für die bayerische Polizei zu schaffen.“

Welche Waffen ins Rennen kommen, entscheiden Fachleute des Polizeitechnischen Instituts der Hochschule der Polizei. Doch auch die bayerischen Polizisten haben ein Mitspracherecht. In Schießanlagen dürfen sie die relevanten Modelle testen. Ihre Meinung werde in den Entscheidungsprozess einfließen, sagte Herrmann.

dpa

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