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Fröhliches Wett-Trinken mit Sangria: Typische Szene mit Schülerinnen an einem Pool in Lloret de Mar.

Heute starten die Prüfungen

Nach dem Abi die Billig-Party

München - Party, Party, Party. Schon heute zum Start der Abiturprüfungen dürfte mancher Prüfling an das Leben nach dem Prüfungsstress denken. An die Nächte in Lloret de Mar oder am Goldstrand.

Im Trend liegen absolute Abi-Billig-Reisen – alles inklusive zum Minipreis.

Lloret de Mar – das Partymekka an der spanischen Costa Brava. Ein Ort zum Feiern, Flirten und Baden. Jahr für Jahr das Reiseziel unzähliger Abiturienten. Oder einfach „der Dauerbrenner“, wie eine Sprecherin vom Party-Reiseveranstalter AbiTours sagt. Lina nennt sie sich, der Nachname spiele keine Rolle. Sie erklärt: „Eine Woche mit Busanreise gibt’s schon ab 250 Euro.“ Mit dabei sind ein All-Inclusive-Buffet sowie Getränke. Neben Softdrinks und Wasser natürlich auch die, wegen der die feierwütigen Schüler da sind: Bier, Wein, und spezielle Alkoholika aus Spanien– angepriesen auf flippigen Internetseiten.

Auch Neckermann bietet einen „unvergesslichen und preiswerten Partyurlaub“ speziell für Abiturienten an – unter anderem ebenfalls in der „angesagten Party-Destination“ Lloret de Mar. Die Angebote sind, seit über zehn Jahren schon, im Spezial-Katalog „Young & Fun“ zu finden. Sangria-Wetttrinken – Neckermann macht’s möglich. Nirgendwo feiern Jahr für Jahr mehr Abiturienten als in der südspanischen Kleinstadt. „Wenn man da hinkommt, weiß man, dass man die richtigen Leute zum Partymachen trifft“, erzählt Lina.

Darauf setzen auch die Abiturienten der Staatlichen Berufsoberschule Nürnberg. „Etwa die Hälfe des Jahrgangs, also 120 bis 150 Schüler, fahren nach den Prüfungen gemeinsam nach Lloret“, erzählt Timo Greger. Der 22-Jährige ist nicht nur Prüfling, sondern außerdem Landesschülersprecher. Natürlich weiß er, was man nach den Abiprüfungen will: „Viel Feiern für wenig Geld.“ Oft seien die Party-Reiseveranstalter mit ihren Billig-Angeboten die einzige Möglichkeit, „nur so kann man es sich leisten“, erklärt Timo. Die 250 Euro, die seine Schulkameraden für sechs Partytage zahlen, seien dabei völlig im Rahmen. Trotzdem: Timo selbst wird nach den Prüfungen nicht im Bus nach Lloret sitzen. „Ehrlich gesagt, will ich den Juni nutzen, um etwas für den Landesschülerrat zu tun“, sagt der 22-Jährige. Er bedauert es etwas.

Zwar nicht nach Lloret de Mar, dafür aber an den bulgarischen Goldstrand geht es für 60 der 100 Abiturienten vom Starnberger Gymnasium. Eine mindestens genauso gute Wahl, wenn es nach Lina von AbiTours geht: „Bulgarien ist auch ein starkes Ziel für die Party-Reise.“ Dafür müssen die Schüler jedoch tiefer in die Tasche greifen: 500 Euro kostet eine Woche samt Flug. Auch hier gilt: Alles inklusive, obendrauf gibt es die Deluxe Card – laut Veranstalter „das Ticket zu exklusiven Partys und Events“. Versprochen werden satte Rabatte bei Getränken sowie Disko-Eintrittspreisen.

Nicht ganz glaubhaft finden das die Abiturienten vom Ludwigsgymnasium in München. „Meine Mitschüler haben sich zwar auch bei einem Party-Reiseveranstalter erkundigt, sich dann aber dagegen entschieden“, erzählt Benedict Lang. Von wegen All-Inclusive, „wer weiß, was sonst noch für Kosten dazukommen“. Kurzerhand haben etwa 40 Abiturienten auf eigene Faust ein großes Ferienhaus in Kroatien organisiert. Macht 230 Euro pro Person, allerdings nur für die Übernachtung. „Anreise, Verpflegung und so weiter kommt alles noch hinzu“, erklärt Benedict weiter. Er selbst wird aber nicht dabei sein. „So viel Geld will ich nicht nur zum Feiern ausgeben.“

Franziska Bär

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