Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

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Das Auge des Gesetzes: In 105 der 238 S-Bahn-Zügen ist die Videoüberwachung schon installiert.

Nach dem Anschlag in Solln: Videokameras in jedem Zug

München - Die tödliche Prügelattacke auf Dominik Brunner hat offenbar wachgerüttelt: In absehbarer Zeit sollen in allen S-Bahnen, Regionalzügen und zum Teil auch in den Bahnhöfen Videokameras installiert sein.

Für den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist die Videoüberwachung fast so etwas wie Polizei-Ersatz. Sie schrecke potenzielle Straftäter ab, gebe Menschen ein gewisses Sicherheitsgefühl, und wenn eine Straftat doch passiere, würden Fahndungen und Ermittlungen erleichtert. Die Deutsche Bahn müsse dieses Mittel verstärkt einsetzen, verlangte Herrmann vor der heute beginnenden Verkehrsministerkonferenz der Länder.

Vorsicht! So werden Sie täglich überwacht

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Offenbar rennt Herrmann hier offene Türen ein. Denn für die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die hierzulande die Strecken an die Deutsche Bahn oder aber ihre Mitbewerber vergibt, ist das bei allen Regionalstrecken künftig ein festes Kriterium. Es ist auch deutschlandweiter Trend, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt. Bei der im September ausgeschriebenen Verbindung München-Tutzing-Mittenwald („Werdenfels-Takt“) beispielsweise ist vorgesehen, „dass die Züge mit Kameras ausgerüstet sein müssen“, sagt BEG-Sprecher Wolfgang Oeser. Mitte 2010 wird über die Verbindung, für die die Deutsche Bahn gerne wieder den Zuschlag erhalten möchte, entschieden. Die Züge beim Dieselnetz Nürnberg („Mittelfrankenbahn“) sind bereits nachgerüstet.

Auch bei der Strecke München-Rosenheim-Salzburg sowie bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) wird die Videoüberwachung über kurz oder lang ein Thema sein. „Bis jetzt ist es nicht vorgesehen, aber wir denken darüber nach“, sagt BOB-Chef Heino Seeger. Entscheidend wird sein, ob die BEG als „Besteller“ der Strecke hier Nachrüstungen für die 17 Integrale und vier Talent-Züge verlangt. BEG-Sprecher Oeser erklärt dazu, falls die Strecke wieder ausgeschrieben wird (darüber entscheidet demnächst das Kabinett), werde dies sicher der Fall sein. Die Frage sei allerdings, ob sich auch Züge älteren Baujahrs nachrüsten ließen.

Entscheidend ist die Frage der Finanzierung

Bei der S-Bahn München sind bisher nur 105 der 238 Züge mit Überwachungstechnik ausgestattet. In welchem Zeitraum die restlichen Züge Videokameras erhalten, muss das bayerische Wirtschaftsministerium mit der Deutschen Bahn klären. Entscheidend ist wie so oft die Frage der Finanzierung. Zum Vergleich: Die 4,5 Millionen Euro für die Kameras in den 105 Zügen hatten sich 2008 Freistaat und Bahn geteilt. Es gebe hier „intensive Gespräche“, erklärte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).

Solln: Die Trauer am Bahnsteig

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Fortschritte gibt es bei der Überwachung der Bahnhöfe. Derzeit sind nur in den S-Bahnhöfen zwischen Haupt- und Ostbahnhof Kameras installiert. Die Bahnhöfe zwischen Pasing und Hackerbrücke werden „im nächsten Jahr mit Kameras ausgestattet“, teilte Zeil mit. Er verlangt dabei, dass sich die Polizei bei einem Notruf direkt in die Überwachungskameras einschalten kann. Die Attacke auf Brunner hatte hier empfindliche Lücken offenbart – der Geschäftsmann war erstmals an der Donnersbergerbrücke mit den Jugendlichen in Streit geraten, später wurde er am Bahnhof München-Solln zu Tode geprügelt. Von beiden Tatorten gibt es aber mangels Kameras keine Aufzeichnungen.

Offen ist indes, ob es auch Videokameras auf S-Bahnstationen außerhalb der Stammstrecke geben wird. Zeil äußert sich schwammig: Über „Sicherheitsmaßnahmen“ werde diskutiert.

von Dirk Walter

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