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Wegen der Entschärfung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg wird der Hauptbahnhof am späten Vormittag gesperrt.

Stadtviertel wird evakuiert

Bombenfund: Nürnberger Hbf wird gesperrt

Nürnberg - Beim Abstellen seiner Baggerschaufel hat ein Bauarbeiter neben dem Nürnberger Hauptbahnhof eine Fliegerbombe entdeckt. Während der Entschärfung an diesem Mittwoch ruht der Bahn- und Straßenverkehr.

Nach einem Bombenfund in Bahnhofsnähe müssen sich Nürnberg-Besucher an diesem Mittwoch auf massive Verkehrsprobleme einstellen. Wegen der Entschärfung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg wird der Hauptbahnhof am späten Vormittag gesperrt. Die Stadt bereitet sich auf die größte Evakuierungsaktion der vergangenen Jahre in Nürnberg vor.

Ab 10.00 Uhr sei Nürnberg vom Fernverkehr der Deutschen Bahn abgehängt, teilte die Stadt am Dienstag mit. Fernzüge werden über Ansbach und Fürth umgeleitet. Wegen Straßensperrungen rund um die Bombenfundstelle südwestlich des Hauptbahnhofs sollten Autofahrer die Innenstadt am Vormittag möglichst meiden, riet die Polizei

Betroffen von der Evakuierung ist auch der zentrale Omnibusbahnhof. Busse mit Christkindlesmarkt-Besucher müssen andere Ausstiegsmöglichkeiten in der Stadt ansteuern. Wie lange die Entschärfung der Bombe dauert, ist unklar.

Mit Handzetteln, per Internet und Rundfunk-Durchsagen wurden am Dienstag rund 1300 Anwohner und Geschäftsleute aufgefordert, am Mittwoch ab 08.00 ihre Wohnungen, Läden und Büros zu räumen. „Mehr als 500 Einsatzkräfte stehen bereit, um die Räumung der Wohnungen zu überwachen“, berichtete ein Sprecher der Stadt. Bewohner, die nicht bei Bekannten unterkommen könnten, sollen vorübergehend in einer nahen Schule einen Platz im Warmen finden. Ein Bus-Shuttle sei eingerichtet.

Der Sprengmeister Michael Weiß rechnet mit rund einer Stunde, bis er die Zünder an beiden Seiten der rund einen Meter langen Bombe gelöst haben werde. „Das kann aber auch länger dauern“, betonte er. Jede Bombe sei anders. Und noch sei unklar, mit welchen Problemen bei dem Blindgänger zu rechnen sei. Anders als die Münchner Bombe, bei deren kontrollierter Sprengung im August 2012 ein Millionenschaden entstanden war, habe die Nürnberger Bombe mechanische Zünder.

Der Blindgänger war am Montagabend auf einer Baustelle rund 200 Meter südlich von Hauptbahnhof in einer Baugrube entdeckt worden. Der Baggerfahrer hatte kurz vor Feierabend seinen Bagger abstellen wollen. Beim Abstützen der Baggerschaufel nahe einer Böschung sei plötzlich der Hang abgerutscht und habe die Zehn-Zentner-Bombe freigelegt, berichte Architekt Kai Bodamer. Ein mit der Überwachung der Baggerarbeiten beauftragter Sprengmeister habe sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Baustelle aufgehalten.

Baustellen im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs gelten in Sachen Kriegsaltlasten als sensibles Gelände. Der Bahnhof war im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert worden.

dpa

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