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Ökumenische Andacht: Hinterbliebene und Politiker wie Melanie Huml (l.) gedachten den Opfern von der A9.

Andacht für 18 Tote

Trauer nach Busunglück: „Erschüttert in Mark und Bein“

18 Menschen sind bei dem schrecklichen Busunglück auf der A9 ums Leben gekommen. Nicht nur die Hinterbliebenen trauern bei einer Andacht um die Opfer.

München - Im Ruhestand wollte Hans-Jürgen G. (†76) endlich seine Freiheit genießen. Und so war er mit seiner Frau zu einer ausgedehnten Reise aufgebrochen. Diesmal buchte er für 249 Euro pro Person zwei Plätze im Bus von Reiseunternehmer Hartmut Reimann: fünf Tage Gardasee.

Freitagnacht wollte er zurück sein, rechtzeitig zu seinem 77. Geburtstag. Doch dazu kam es nicht, der Dresdner und seine Frau starben im Feuerinferno auf der A9 in Oberfranken.

Auch Feuerwehrleute bei der Trauerfeier

Am Samstag kamen die Ex-Kollegen von Hans-Jürgen G., Angehörige und Politiker zur Trauerfeier für die 18 Todesopfer in die Dresdner Frauenkirche. Auch Feuerwehrleute aus dem Landkreis Hof, die zuerst an der Unfallstelle bei Münchberg waren, nahmen Platz.

„Schreckliche Bilder haben sich in den Köpfen der Rettungskräfte festgesetzt“, sagte Landesbischof Carsten Rentzing. „Es erschüttert uns in Mark und Bein, wenn Menschen aus dem lichten Leben herausgerissen werden.“

Freunde verteidigen verstorbenen Busfahrer

Für die Staatsanwaltschaft Hof gilt derzeit Busfahrer Stefan H. (†55) als Alleinschuldiger. Dabei können sich das seine Freunde kaum vorstellen: „Er war immer akkurat“, sagte ein Bekannter (73) vor dem Gottesdienst. Und ein Freund (57) erinnerte sich: „Wenn er als Beifahrer mit mir fuhr und ich zu schnell war, sagte er gleich, das könne er sich als Busfahrer nicht erlauben.“

Angehörige brachten Fotos der Verstorbenen mit in den ökumenischen Gottesdienst, Mädchen legten rote Herzen neben den vielen Kerzen nieder, die die Trauernden nach der Andacht entzündeten. Unter den Ehrengästen war neben Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). „Ich habe die Betroffenheit hautnah gespürt“, sagte sie zur tz. Sie begegnete Rentnern, die mitreisen wollten. „Doch der Bus war schon ausgebucht“, gab Melanie Huml die erschütternden Berichte wider.

mm/tz

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