Nach „Gonzalo“

So wirkt das Wetter-Chaos auf unseren Körper

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München - Nach Sturm und Schnee gibt’s am Wochenende wieder Sonne und Temperaturen bis 18 Grad. Doch Vorsicht. Die Wetterkapriolen wirken sich auf unseren Körper aus.

Einsteigen bitte: Die Wetter-Achterbahn macht sich am Wochenende auf zur nächsten wilden Fahrt. Nach Starkregen, Sturm und Schnee schaut ab Samstag wieder die Sonne vorbei. Auch das Thermometer klettert wieder schnurstracks nach oben. Nasskaltes Wetter mit Temperaturen von deutlich unter zehn Grad ist passé.

Bei Spitzenwerten bis 18 Grad können wir unseren Wintermantel und die Daunenjacke erstmal wieder in den Schrank räumen. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten: Denn gesund sind die Wetterkapriolen nicht. „Wer krank ist, Stress hat, wenig schläft oder schon etwas älter ist, kriegt Probleme“, sagt Medizin-Meteorologin Angelika Grätz vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Unser Körper, samt Hormon- und Herz-Kreislauf-System, passt sich ständig an die klimatischen Veränderungen in der Atmosphäre an. „Wenn man fit und gesund ist, steckt man das recht gut weg“, sagt Grätz. Selbst, wenn es das Wetter so bunt treibt und die Temperaturen so schnell purzeln wie in dieser Woche.

Weniger Licht – mehr Hormone, mehr Müdigkeit

Ein geschwächter Organismus hat so seine Problemchen damit. Aus kleinen Wehwehchen werden schnell große – sobald das Wetter umschlägt. Rheumatiker beispielsweise kämpfen mit stärkeren Schmerzen als üblich. Betroffen sind auch Menschen mit erhöhtem Blutdruck. „Wenn’s rasch kälter wird, sollten sie vorsichtig sein“, betont die Expertin.

Hinzu kommt die Sache mit der Sonne. Und die beeinflusst uns alle. Schaffen es die Sonnenstrahlen nicht durch die Wolkendecke, verzögert sich der Abbau des Schlafhormons Melatonin im Körper. Die simple Formel: Weniger Licht – mehr Hormone, mehr Müdigkeit. „Ohne Sonne fühlen wir uns schlapp.“

Gleiches gilt für Menschen, die häufig in dunklen Räumen arbeiten oder sich bei Schmuddel-Wetter dorthin verkriechen. Von einer Winterdepression möchte Grätz aber nicht sprechen. „Wir sind ein bisschen lustloser – mehr nicht.“ Strahlt dagegen die Sonne, steigt unsere Motivation. So wie am kommenden Wochenende. „Das ist eine psychische Sache.“ Für Samstag und Sonntag rät Grätz: Raus aus den vier Wänden an die frische Luft. „Dann geht es uns besser.“

Auslöser für den plötzlichen Wetterumschwung ist Hoch „Pitter“ über Finnland und ein namenloses zweites über dem Ostatlantik. „Sobald sich die Brücke zwischen beiden schließt, ist der Weg für ein großes Hochdruckgebiet frei“, erklärt Volker Wünsche, DWD-Wetterchef für den Raum München. Beide Hochs vertreiben derzeit Ex-Hurrikan „Gonzalo“ aus Bayern. Er zieht weiter Richtung Balkan.

 Zurück lässt „Gonzalo“ schlimme Verwüstungen und den ersten Schnee des Jahres. Auf der Zugspitze fielen in der Nacht auf Donnerstag satte 70 Zentimeter Neuschnee. Und „es kommt nochmal ein ganz schöner Schlag“, so Wünsche.

Ab Samstag ist aber sowohl in den Hochlagen als auch im Flachland die Sonne zurück. Der Nebel, der in den Morgenstunden noch über Bayern liegt, löst sich in der zweiten Tageshälfte auf. „Das wird ein Ping-Pong-Spiel zwischen Nebel, Hochnebel und Sonne.“ Die Temperaturen liegen zwischen kühlen 10 – „hier bleibt der Nebel liegen“ – und sonnigen 18 Grad.

Andreas Mayr

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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