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Der Arzt, der unter dem Verdacht steht, die damals 15-jährige Kalinka mit einer Spritze getötet zu haben, bleibt in Frankreich in Haft. 

Fall Kalinka: Nach Frankreich entführter Arzt bleibt in Haft

Paris/Lindau/Kempten - Der aus Schwaben entführte Arzt bleibt in französischer Haft. Ein Berufungsgericht lehnte am Dienstag einen Antrag seiner Anwälte auf Freilassung ab.

Der während seiner Entführung im Oktober schwer misshandelte Mediziner muss nach Angaben eines Justizsprechers im Gefängnis bleiben. Der Vater des vor 27 Jahren getöteten Mädchens Kalinka, André Bamberski, hält den Beschuldigten für den Mörder seiner Tochter. Er soll die Entführung nach Frankreich eingefädelt haben. Der Arzt war der Stiefvater des 15 Jahre alten Mädchens.

Der 74-Jährige aus dem Landkreis Lindau war 1995 in Frankreich wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll für den Tod Kalinkas verantwortlich sein.

Die vermutlich von den Entführern alarmierte französische Polizei nahm den Verdächtigen fest. Er muss nun innerhalb der nächsten Monate mit einem neuen Verfahren rechnen. Der Vater Kalinkas ist auf freiem Fuß und hat bestritten, an der Entführung direkt beteiligt gewesen zu sein. Einer der mutmaßlichen Kidnapper, ein 38 Jahre alter Mann, erklärte vor einem Ermittlungsrichter in Mülhausen, er habe aus “Mitgefühl und Menschlichkeit“ für den Vater gehandelt, ohne Geld dafür verlangt zu haben.

Kalinka hatte den Sommer 1982 mit ihrer Mutter und deren neuem Partner in Lindau am Bodensee verbracht. Der Vater ist überzeugt, dass der Mediziner seine Tochter dort vergewaltigen wollte und ihr deshalb eine Spritze gab, die daann tödlich wirkte. Bei der Obduktion des Mädchens wurden Genitalverletzungen festgestellt.

Die Bundesregierung hält die Verhaftung des Mannes in Frankreich für unzulässig. Die deutsche Justiz hatte ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt im Fall Kalinka eingestellt. Sie lehnte ein französisches Auslieferungsgesuch daher ab. 1997 wurde der Mediziner in Deutschland bereits wegen einer anderen Sexualstraftat verurteilt. Ein Gericht in Kempten verhängte zwei Jahre Haft auf Bewährung gegen ihn, weil er eine 16-Jährige mit Schlafmitteln ruhig gestellt und vergewaltigt hatte.

dpa

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