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Auf einer Baustelle im Augsburger Stadtgebiet ist eine 3,8 Tonnen schwere Fliegerbombe gefunden worden. Ein riesiges Gebiet muss für die Entschärfung evakuiert werden – und das am ersten Weihnachtsfeiertag. 

Fliegerbombe in Augsburger Innenstadt gefunden

Riesige Evakuierung an Weihnachten

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    Katrin Woitsch
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Augsburg - Eine schöne Bescherung: In der Augsburger Innenstadt ist eine 3,8 Tonnen schwere Fliegerbombe gefunden worden. 54 000 Menschen müssen für die Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Und das am ersten Weihnachtsfeiertag. Es wird die größte Evakuierungsaktion aller Zeiten.

Für die Bewohner der Augsburger Jakober-Vorstadt wird es ein ungemütliches Weihnachten. Am Dienstag wurde bei Bauarbeiten für eine Tiefgarage eine riesige Fliegerbombe gefunden. Sie wiegt 3,8 Tonnen und ist damit die größte Fliegerbombe, die in der Nachkriegszeit im Stadtgebiet von Augsburg gefunden wurde. Die meisten Fliegerbomben wiegen 250 bis 500 Kilogramm. Auch die Fliegerbombe, die 2012 in München-Schwabing kontrolliert gesprengt werden musste und bei der ein Sachschaden in Millionenhöhe entstanden war, wog nur 250 Kilo.

Entschärft wird die Bombe erst am Sonntag – dem ersten Weihnachtsfeiertag. Der lange Vorlauf hängt mit der aufwändigen Organisation zusammen. Denn für die Entschärfung muss ein Schutzgebiet von anderthalb Kilometern rund um den Fundort gesichert werden. 32 000 Haushalte in dem historischen Stadtteil müssen evakuiert werden. Darunter sind auch vier Caritas-Altenheime, eine Behindertenwohnstätte sowie das katholische Krankenhaus Vincentinum. Aus diesen Einrichtungen müssen fast 700 Menschen aus der Gefahrenzone gebracht werden. Insgesamt sind von der Evakuierung rund 54 000 Personen betroffen. Sie müssen ihre Wohnungen am 25. Dezember um 8 Uhr morgens verlassen. Es werden Ausweichunterkünfte an der Messe oder in Turnhallen vorbereitet. Wie die Stadt berichtet, könnte die Evakuierung bis in die Nacht dauern. „Es ist definitiv die größte Evakuierungsaktion, die wir jemals hatten“, sagt Friedhelm Bechtel von der Augsburger Berufsfeuerwehr. „Wir hoffen, dass die Bürger uns insofern unterstützen, dass sie ihre Wohnungen nicht erst um 8 Uhr morgens verlassen.“ Sie sollten sich auf mindestens einen Tag einstellen, betont er. „Wir wollen, dass der Kampfmittelräumdienst unter keinem Zeitdruck arbeiten muss.“ Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) rief die Bevölkerung dazu auf, die „für viele Mitbürger unangenehme Situation“ gemeinsam zu meistern.

Von der Evakuierung ist auch der Augsburger Dom sowie zahlreiche weitere Gotteshäuser und kirchliche Einrichtungen betroffen. Es ist das erste Mal seit Jahrhunderten, dass am ersten Weihnachtsfeiertag im Augsburger Dom keine Gottesdienste stattfinden. Auch Bischof Konrad Zdarsa muss sich unfreiwillig auf Herbergssuche begeben, wie Pressesprecher Karl-Georg Michel bestätigte. Wo der Oberhirte am hohen Kirchenfest Unterschlupf findet, wollte sein Sprecher nicht verraten. Auch viele Domkapitulare und Weihbischof Florian Wörner seien betroffen. Die Kirche ist aber nicht nur Betroffene, sie bietet auch Hilfe an: Das Bistum hat der Stadt angekündigt, Menschen in Pfarrheimen unterbringen zu können.

Ab dem heutigen Donnerstag um 12 Uhr ist unter der Nummer 0821/324-4444 rund um die Uhr ein Bürgertelefon eingerichtet. Außerdem hat die Stadt im Internet unter www.augsburg.de/evakuierung eine eigene Seite mit Informationen zu der Bombenentschärfung eingerichtet.

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