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„Trapper Slide“, die Sommerrodelbahn, auf der am Samstag ein Bub (12) schwer verletzt wurde.

Unglück auf Sommerrodelbahn

Nach Horror-Unfall in NRW: So reagieren Bayerns Bahn-Betreiber 

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Bei einem Unfall auf einer Sommerrodelbahn in Nordrhein-Westfalen verliert ein Zwölfjähriger einen Teil seines Beins. Grund zur Sorge sehen Bahnbetreiber in Oberbayern deshalb nicht: Die Sicherheit der Fahrgäste sei gewährleistet.  

Bad Tölz/Schliersee/Bestwig – Weil sein Fuß zwischen Schlitten und Schiene geriet, ist einem Zwölfjährigen auf einer Sommerrodelbahn in Nordrhein-Westfalen ein Teil seines Beines abgetrennt worden. Der Bub liegt mit seiner schweren Verletzung in der Klinik, Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, wie es zu dem Drama kommen konnte. Das Unglück, das am Samstag auf der Rodelbahn „Trapper Slide“ im Fort Fun Abenteuerland bei Bestwig im Sauerland geschah, lässt auch Sommerrodelbahn-Betreiber in Oberbayern aufhorchen, denn: Auch sie haben baulich vergleichbare Bahnen im Einsatz.

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„Wir sind sehr betroffen“, sagt Hans Zintel, Geschäftsführer der Blombergbahn bei Bad Tölz. Ihr „Blomberg-Blitz“ ist ebenfalls ein „Alpine Coaster“ des Herstellers der Bahn, auf der das Unglück geschah. „Natürlich haben wir intern diskutiert, was da passiert sein könnte“, sagt Zintel. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in dem Fall will er nicht mit Mutmaßungen vorgreifen, spricht aber von einer „sicheren und durchdachten Anlage“, auf der „nicht so ohne Weiteres“ so ein Unglück geschehen könne. Beim Ausbau des „Blomberg-Blitz“ habe man eine Gurtsicherung nachgerüstet, damit sich Passagiere unter der Fahrt nicht abschnallen können. Die Oberammergauer Sommerrodelbahn am Kolbensattel (Kreis Garmisch-Partenkirchen), die ebenfalls das Modell „Alpine Coaster“ betreibt, wollte sich unter Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen nicht äußern.

„Der Bub muss sich abgeschnallt haben“

Was Blomberg-BahnchefZintel durchblicken lässt, fasst sein Kollege Ingo Bauer, Geschäftsführer der Schliersee-Bahnen, in Worte: „Der Bub muss sich abgeschnallt haben“, sagt er über das Unglück in Nordrhein-Westfalen. Anders sei ein solcher Unfall nicht vorstellbar. Am Schliersberg (Kreis Miesbach) rutschen Gäste talwärts eine Wannenbahn ohne Schienen hinab. Dort würden keine Kräfte wirken, die einen solchen Unfall hervorrufen könnten, versichert Bauer. Beim elektrobetriebenen „Alpenroller“ seien die Fahrgäste sicher angeschnallt in den Schienenfahrzeugen unterwegs.

Unisono verweisen die Betreiber der Sommerrodelbahnen auf die jährlich vorgeschriebene TÜV-Überprüfung und regelmäßige Sicherheits-Checks, die für den sicheren Betrieb ihrer Anlagen sorgten. Schlimmeres als blaue Flecken oder leichte Abschürfungen beobachten sie auf ihren Anlagen nicht.

Völlig verhindern ließen sich solche Blessuren nicht, erklärt Hans Zintel von der Blombergbahn, der betont, dass es sich bei Sommerrodelbahnen eben um Sportanlagen handle. Zwar sei die Anforderungen für die Benutzung, die beispielsweise am Blomberg ab acht Jahren erlaubt ist, nicht sonderlich hoch. Dennoch hätten die Fahrgäste die Möglichkeit, die Fahrgeschwindigkeit zu beeinflussen. Deshalb komme es auf den Bahnen manchmal zu leichten Auffahrunfällen, die aber dank der technischen Sicherheitsvorkehrungen durchweg glimpflich ausgingen.

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