Nach 14 Jahren: DNA-Zufallstreffer überführt Vergewaltiger

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Ingolstadt - In den Jahren 1997 bis 1999 wurden in Süddeutschland mehrere Frauen vergewaltigt. Bei einer Routinekontrolle hat die Polizei nun den Täter geschnappt.

Gerade als der 48-jährige Maurer mit mehreren Päckchen Heroin im Auto unterwegs ist, hält ihn die Polizei auf. Routinekontrolle. Der Herzschlag des Mannes beginnt zu rasen, er hat mehr zu verstecken als die Drogen. Die Polizisten stellen an diesem Tag im April nicht nur das Rauschgift sicher, sie nehmen auch eine DNA-Probe des Mannes. Der Maurer wird wieder auf freien Fuß gesetzt.

In den nächsten Tagen gleicht die Kriminalpolizei Memmingen routinemäßig die genetischen Daten des Mannes mit den Daten einer bundesweiten Datei ab. Der Computer schlägt Alarm: Es gibt eine Übereinstimmung mit DNA-Material von mehreren Sexualstraftaten. Ein Zufallstreffer. Die Kripo rückt sofort aus und nimmt den Mann fest.

Aufgrund seines genetischen Fingerabdrucks konnten ihm bislang folgende Taten nachgewiesen werden: Im Januar 1998 wird eine Spaziergängerin in einem öffentlichen Park in Ingolstadt von einem unbekannten Täter vergewaltigt. Damals stellt die Kripo DNA-Material sicher. Im Mai 1999 schlägt der Maurer wieder zu, diesmal in Ravensburg (Baden-Württemberg). Auch hier stimmt die DNA überein. „Wegen des Ablaufs der Tat konnten wir dem Mann noch zwei weitere Vergewaltigungen zuordnen“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt. 1997 vergewaltigt der heute 48-Jährige eine Frau in Geisenfeld (Landkreis Pfaffenhofen). Eine weitere Frau wurde 1998 in Kempten nachts auf ihrem Nachhauseweg von dem Mann angegangen. Die Polizei zeigte der Frau jetzt Fotos des Mannes, sie konnte ihn eindeutig identifizieren.

„Derzeit überprüfen wir noch vier bis fünf andere Fälle, bei denen der Mann als Täter in Frage kommt“, so der Polizeisprecher weiter. Doch die Ermittlungen seien schwierig, denn der 48-Jährige habe bisher nicht einmal die Taten, die ihm zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten, zugegeben. Zudem sei vor 15 Jahren die Untersuchung des genetischen Materials noch nicht weit verbreitet gewesen. Es liegen daher nicht in jedem Fall brauchbare Spuren vor. „Heute ist bei einer Vergewaltigung das Sicherstellen von DNA Standard“, hieß es aus dem Präsidium.

Patrick Wehner

Rubriklistenbild: © dpa

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