Mörder noch immer auf der Flucht

Nach kaltblütigem Mord: Steffis Freunde schwören Rache

Es ist ein Verbrechen, das die Menschen weit über die Bodensee-Region hinaus erschüttert: Die 22-jährige Stefanie S. wurde in ihrer Wohnung ermordet. Ihre Freunde schwören Rache: „Werden das Arschloch finden.“

Vor einer Woche wurde die Rechtsanwaltsangestellte Stefanie S. († 22) tot in ihrer Wohnung in Weißensberg (Landkreis Lindau) aufgefunden. Dass es kein natürlicher Tod und auch kein Suizid war, stand erst nach komplizierten Untersuchungen in der Ulmer Rechtsmedizin fest. Doch seit Dienstag jagt eine 15-köpfige Ermittlungsgruppe der Kripo Lindau den Täter. Und auch Steffis Cousin Alexej S. will keine Ruhe geben: „Liebste Cousine“, schreibt er auf Facebook: „Wir werden das Arschloch finden.“ 

Auffällig: Die Polizei gab den Mord an der lebenslustigen jungen Frau erst am Donnerstagnachmittag bekannt – mehr als drei Tage, nachdem ihr Freund sie daheim in der Dusche gefunden hatte. Er war von ihrem Arbeitgeber alarmiert worden, nachdem sie nicht aus der Mittagspause zurückgekehrt war. Der junge Mann selbst gilt als nicht tatverdächtig – doch die lange Zeit bis zur Bekanntmachung der Tat deutet darauf hin, dass die Polizei bereits erste Spuren zu einem Tatverdächtigen verfolgte und ihn zunächst in Sicherheit wiegen wollte.

„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Täter und Opfer kannten“, sagt Polizeisprecher Jürgen Krautwald zum Stand der Ermittlungen lediglich. Laut dem Onkel von Steffi werde intensiv im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz gefahndet.

In sozialen Netzwerken diskutierten Verwandte und Freunde ausführlich die grausamen Umstände, unter denen die junge Frau ums Leben kam. Neben Beileidsbezeugungen und einem Nachruf ihres Onkels finden sich dort auch handfeste Drohungen wie diese: „Es ist eine Nachricht an den Täter! Bete zum Gott, dass du nicht gefunden wirst. Denn ich warte nur darauf, dass ich deinen Namen kenne. Du bezahlst für das Leben unserer Steffi!!!“ Ihr Cousin schreibt zu diesem Kommentar: „Wir denken das gleiche!!!“

Übers Wochenende liefen in dem idyllischen Bodensee-Dörfchen, in dem Steffi zusammen mit ihrem Freund wohnte, weiter die Befragungen von Nachbarn. Aus der Einsatzzentrale des Kemptener Polizeipräsidiums hieß es jedoch gestern auf tz-Anfrage: „Es gibt keinen neuen Sachstand.“ Noch seien nicht alle Zeugen in dem Fall vernommen.

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