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Ein Regensburger Sportverein wird bedroht.

Droh-Mails erreichen Regensburg

Nach Konter auf Flüchtlings-Beschwerde: Verein wird bedroht  

Ein Regensburger Sportverein wird bedroht. Dieser hat sich öffentlich gegen einen unbekannten Mail-Schreiber gestellt, der nicht will, dass dort Flüchtlinge integriert werden. 

Regensburg - Unschöne Nachrichten, die die Regensburger Turnerschaft erreichen: Der Verein und vor allem der Hauptsportwart, Hermann Pilz, werden per Mail massiv bedroht. Von Beine brechen und anderer Form von körperlicher Gewalt ist die Rede, wie es in einer Droh-Mail heißt, die unserer Onlineredaktion vorliegt. 

Hintergrund ist die Reaktion des Regensburger Traditionsvereins auf eine Beschwerde-Mail, in der ein gewisser Alfred E. kritisierte, dass es im Verein zu viele Asylbewerber gebe, „die Ihr durch Sport integrieren wollt!“ Und: „Die meisten Deutschen wollen das inzwischen nicht mehr!!!!!!!“ Anlass für den unbekannten Mailschreiber ist die tödliche Messerattacke eines 27-jährigen syrischen Flüchtlings in Saarbrücken auf einen Psychologen. 

Vereins-Motto „Integration durch Sport“

Der Hauptsportwart des Vereins, Hermann Pilz, konterte via Facebook: „Zum ersten hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun. Hier einen Zusammenhang zwischen Angreifern und Sport zu ziehen, ist einfach als dumm zu bezeichnen. Zum anderen zeigen Flüchtlinge, die sich in Vereinen einbringen, generell als sehr integrationswillig“, schrieb er auf der Vereinsseite bei Facebook. Der Verein pflege das Motto „Integration durch Sport“. 

Dafür bekamen er und die Regensburger Turnerschaft viel Zustimmung, der Post erreichte mit Stand von Mittwoch (14. Juni) mehr als 26.000 Menschen. Es heißt in den Kommentaren unter anderem: „Souveräne Antwort! Weiter so! Davon lassen wir uns nicht einschüchtern.“ Oder: „Hallo Herr Pilz. Ihr Verhalten zeugt von Beherztheit und Mut zur klaren Ansage!“ Nur wenige zeigten sich kritisch und schlugen sich auf die Seite von „Alfred E.“.

Facebook-Post

Rechtliche Schritte gegen „kriminelle Mails“

Der Verein bekam im Nachgang Mails, die weniger schön sind, und im wahrsten Sinne des Wortes, kriminell, wie Pilz sagt. Weil die Internetseite der Geschäftsstelle die IP-Adressen der Versender speichere, will Pilz Strafanzeige erstatten. „Die ersten rechtlichen Schritte werden eingeleitet“, schreibt er öffentlich bei Facebook. In den Mails mit fiktiven Absendern werden Pilz und der Verein massiv und nicht zitierfähig beleidigt und bedroht. 

Hermann Pilz, Hauptsportwart der Regensburger Turnerschaft.

Pilz reagierte: „Glaubhafte Androhung von Gewalt gegen mich oder andere werde ich definitiv nicht durch gehen lassen.“ Der Rückhalt aus der Vorstandschaft bestehe. Einschüchtern wolle man sich in Regensburg nicht lassen. Gnadenloses Faustrecht dürfe keine Lösung sein, sagt Pilz. 

ch

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