Hoffnung für Metzgerei 

Nach Listerienskandal: Das plant Sieber jetzt

Geretsried - Sieber-Produkte waren mit Listerien belastet und sollen den Tod von Menschen verursacht haben. Nach dem Produktionsstopp, der tonnenweisen Vernichtung von Waren und der Insolvenz vermeldet die Firma nun einen Lichtblick.

Die wegen bakterienbelasteter Wurst geschlossene Großmetzgerei Sieber will die Produktion bald wieder aufnehmen. Der Betrieb habe ein mehrstufiges Sicherheitskonzept eingeführt und mehrere Erzeugnisse erfolgreich in Tests produziert, teilte Insolvenzverwalter Josef Hingerl am Freitag mit. Das Landratsamt Bad Tölz hatte Ende Mai ein Betriebs- und Vertriebsverbot erlassen, nachdem in Sieber-Produkten gesundheitsgefährdende Listerien gefunden worden waren. „Momentan ist vorgesehen, dass die Produktion nach Absprache mit den zuständigen Behörden sehr zeitnah stufenweise wieder fortgeführt wird“, erläuterte Hingerl.

Im März war in einem „Original bayerischen Wammerl“ von Sieber eine deutlich über dem Grenzwert liegende Zahl von Listerien nachgewiesen worden. Die Gesundheitsbehörden verhängten daraufhin das Produktionsverbot über die Firma aus Geretsried und veranlassten einen deutschlandweiten Rückruf aller Ware. Die Fleischwarenfirma musste in der Folge Insolvenz anmelden.

Rund 100 Tonnen an fertigen Erzeugnissen sowie alle Halbfertigprodukte und Rohwaren aus den Produktions- und Lagerräumen seien vernichtet worden, teilte Hingerl weiter mit. Produktionsräume und Gerätschaften seien umfassend gereinigt und desinfiziert worden. Ein Sachverständiger habe das Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiere.

Nach umfangreichen Untersuchungen sehen das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen Zusammenhang zwischen den Sieber-Produkten und einem Ausbruch von Listerioseerkrankungen im Jahr 2012 hauptsächlich in Süddeutschland. Acht Menschen starben an den Folgen der Krankheit. Die Ansteckung mit Listerien ist für gesunde Erwachsene meist harmlos. Bei Babys, alten Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Listeriose genannte Krankheit jedoch zum Tod führen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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