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Prien am 30. April 2017: Trauernde Mitbürger am Lidl-Supermarkt (links) und gemütliches Beisammensitzen am Marktplatz. 

„In den Kopf gestochen und die Kehle durchgeschnitten“

Nach brutalem Messer-Mord vor Supermarkt: Prien ist fassungslos

Nach der Messer-Attacke vor einem Supermarkt in Prien, bei der ein Afghane (29) eine Landsfrau (38) erstach, säumen Blumen und Kerzen den Gehweg. Die kleine Gemeinde ist hin- und hergerissen zwischen Trauer, Wut und Maibaum-Feierlichkeit.

Update, 1. Mai 2017, 9.35 Uhr: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein ist der Beschluss zur vorläufigen Unterbringung des Tatverdächtigen in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung ergangen. 

Prien - Unfassbare Szenen am Sonntagnachmittag in der Franziska-Hager-Straße in Prien: Passanten sammeln sich am Lidl-Parkplatz und halten weinend inne. Der Schock vom Messermord am Samstagabend auf offener Straße steht ihnen noch deutlich ins Gesicht geschrieben.

"Es war unfassbar schrecklich!"

Eine Prienerin wollte gerade einkaufen und stand am Flaschenautomaten, als die Rangelei am Parkplatz begann und die Situation plötzlich wie aus dem Nichts eskalierte: "Ich hörte angsterfüllte Schreie wie 'Er hat ein Messer, er will sie abstechen!' Das war schlimm. Ein mutiger Bürger, ich weiß nicht, ob das der Polizist war, versuchte noch dazwischen zu gehen und die Frau zu retten. Alles war voller Blut, es war unfassbar schrecklich!" Die Prienerin blickt fassungslos auf den Gehweg, stellt die vom Wind umgefallenen Blumenvasen am Gehweg wieder auf. "Dass so etwas auf offener Straße am helllichten Tag passieren kann, das werde ich nie verstehen."

Ein junger Feuerwehrmann kann es auch noch nicht fassen: "Wir waren am Abend noch da und haben die Blutspuren von der Straße entfernt", erzählt er mit stockender Stimme. Die ganze Nacht habe er nicht schlafen können und hätte Albträume gehabt. "Wenn man nur daran denkt, wie klein Prien ist und jetzt passiert so etwas schon bei uns, das ist unglaublich traurig. Es traut sich ja niemand mehr wirklich aus dem Haus!" 

"In den Kopf gestochen und die Kehle durchgeschnitten" 

Freunde des Feuerwehrmanns hätten die schrecklichen Szenen beobachtet. Demnach habe der mutmaßliche Täter zunächst auf einer Bank gegenüber des Supermarkt-Eingangs gesessen. Von dort sei er wie aus dem Nichts auf die Frau, die gerade mit dem Einkaufswagen und den beiden Kindern den Supermarkt verließ, losgegangen. "Er sei dann von hinten auf die Frau los, habe ihr in den Kopf gestochen und die Kehle durchgeschnitten. Wie in Trance soll er dann weiter auf sein Opfer eingestochen haben. Eine unfassbar grausame Bluttat!"

Prien am Chiemsee ist zwiegespalten: auf der einen Seite Trauer, Verzweiflung und Fassungslosigkeit, auf der anderen Seite ausgelassene Stimmung bei den Feierlichkeiten rund um den Maibaum. 

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