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Symbolbild.

Prozess startet bald

Nach Mord an Mutter: Mutmaßlicher Täter aus Freyung vor Gericht

Nach dem Mord an einer jungen Mutter in Freyung steht der mutmaßliche Täter nun vor Gericht. Er war in Spanien gefasst worden. 

Passau - Die grausame Tat im niederbayerischen Freyung hat im vergangenen Herbst die Menschen erschüttert: Ein junger Mann ersticht seine Freundin, die Mutter seines Sohnes, und versteckt ihre Leiche in einem Plastiksack. Mit dem zweijährigen Buben flüchtet er nach Spanien. Drei Wochen später wird er von den spanischen Behörden ausgeliefert. Der mutmaßliche Täter schweigt zu den Vorwürfen. von Dienstag (22. August) an muss er sich vor dem Landgericht in Passau wegen Mordes verantworten. Dem Gericht zufolge kommt aber auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht.

Wochenlang hielt der Fall Ende vergangenen Jahres Polizei und Bevölkerung in Atem. Schon bald nach dem Fund der grausam zugerichteten Leiche gab es Hinweise, dass der mutmaßliche Mörder mit dem kleinen Sohn ins Ausland geflüchtet sein könnte. Schließlich verschickte der damals 22-Jährige ein Foto von sich mit dem Buben auf dem Arm an Menschen in seinem Umfeld. Später folgte eine ebenso bizarre wie dreiste Botschaft: Er werde sich stellen, wolle jedoch zuvor erst noch einige Tage Urlaub machen. Die Fahnder ließen den jungen Mann inzwischen mit internationalem Haftbefehl suchen.

Verdächtiger wurde in Spanien gefasst

Eine Woche nach dem Fund der Toten klickten in Spanien schließlich die Handschellen. Eine Spezialeinheit der spanischen Polizei nahm den Mann in einer Ferienwohnung im Küstenort Lloret de Mar fest. Der damals 18 Monate alte Sohn war wohlauf. In der Unterkunft hatte sich der Mann unter dem Namen seines Bruders eingemietet. Am 1. Dezember wurde er nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in U-Haft.

Vermutlich während seines Spanienaufenthaltes hatte sich der Verdächtige den Namen und das Geburtsdatum des Opfers, ein Kruzifix mit dem mutmaßlichen Datum der Ermordung am 27.10.2016 sowie „Gracias por todo“ („Danke für alles“) habe tätowieren lassen.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat der damals 22-Jährige aus niedrigen Beweggründen gehandelt, weil er nicht habe hinnehmen wollen, dass die Frau einen anderen Partner hatte und der neue Freund die Vaterrolle für den Sohn übernehmen sollte. Die Anklage geht davon aus, „dass der Angeklagte die Arg- und Wehrlosigkeit der Getöteten, die sich im Schlafzimmer befunden habe, ausgenutzt habe“. Mit dem Messer soll der Mann der 20-Jährigen mehrfach in Hals und Kopf gestochen haben. Einige Stiche hätten bis zur Halswirbelsäule gereicht, Zähne und Knochen seien gesplittert.

Für den Prozess sind 13 Verhandlungstage angesetzt. Die Eltern der Getöteten und der Sohn sind Nebenkläger.

dpa

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