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Dutzende Blumen wurden vor dem Supermarkt für Farima S. niedergelegt.

Hintergrund der Tat noch immer völlig unklar

Mord auf Supermarkt-Parkplatz: Prien trauert um Farima S.

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In Prien gibt es in diesen Tagen nur ein Thema: den brutalen Mord an Farima S., den ihre beiden kleinen Kinder mit ansehen mussten. Während die Kripo noch zu den Hintergründen ermittelt, trauern die Priener um eine Frau, die, wie sie sagen, ein Musterbeispiel für gelungene Integration war.

Prien - Dutzende Blumensträuße liegen vor dem Eingang des Supermarktes. Dazwischen stehen Kerzen und liegen Karten. „Schwesterherz“ steht auf einer. Auf einer anderen: „Liebe Farima, der Schrecken und das Entsetzen über deinen Tod sind so groß, es tut mir so leid. Wir werden auch in deinem Namen weiterhin gegen die Gewalt gegen Frauen kämpfen.“

Nicht nur auf dem Parkplatz des Supermarktes erinnert am Dienstag alles an den brutalen Angriff eines Afghanen auf die 38-jährige Farima S. Er hatte sie am Samstag von hinten mit einem Messer angegriffen, als sie aus dem Laden kam. Vor den Augen ihrer fünf und elf Jahre alten Söhne stach er mit einem langen Küchenmesser auf ihren Kopf und ihren Hals ein. Die Frau starb kurze Zeit später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen.

Der Hintergrund der Tat ist noch immer völlig unklar. Die Vernehmungen der Bekannten von Täter und Opfer seien sehr zeitaufwändig, berichtet Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Wir durchleuchten das gesamte Umfeld von Täter und Opfer und dafür brauchen wir zertifizierte Dolmetscher.“ Für unwahrscheinlich hält die Polizei mittlerweile eine Eifersuchts-Tat. Medienberichte, nach denen Farima S. umgebracht wurde, weil sie während ihrer Flucht zum Christentum konvertiert ist, will er hingegen nicht bestätigen. „Das ist noch Spekulation. Wir ermitteln aktuell in alle Richtungen.“

Die 38-jährige Farima S. war in Prien bekannt und beliebt.

Farima S. war mit ihrer Familie 2011 aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Von ihrem Mann lebte sie getrennt. In Prien war die 38-Jährige bekannt. Auch Bürgermeister Jürgen Seifert wusste sofort, um wen es sich handelt, als er Samstag Abend von der Polizei informiert wurde, dass Farima S. auf einem Supermarkt-Parkplatz ermordet wurde. „Sie hat seit fünf Jahren in unserer Gemeinde gelebt“, erzählt Seifert. Die 38-Jährige hat sich im öffentlichen Leben engagiert, besonders in der evangelischen Kirchengemeinde. Sie sprach perfekt Deutsch, lebte mit ihren Söhnen seit der Anerkennung in einer eigenen Wohnung. „Sie war ein Musterbeispiel gelungener Integration“, sagt der Bürgermeister. Er erinnert sich daran, dass Farima S. stets eine sehr positive Ausstrahlung gehabt habe. Niemand in Prien kann sich momentan erklären, warum der 29-jährige Afghane auf sie losgegangen ist. Der Mann ist seit der Tat in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Zu der Tat schweigt er.

In Prien hat sich der Schockzustand auch vier Tage nach dem Mord noch nicht gelegt. „Es gibt eine wahnsinnige Trauer im Ort“, berichtet Bürgermeister Seifert. Am morgigen Donnerstag wollen sich die Priener bei einer Trauerfeier von Farima S. verabschieden. Im Anschluss wird sie beerdigt.

Ihre beiden kleinen Söhne sind aktuell bei Pflegefamilien untergebracht. „Sie sind bei Menschen, denen sie vertrauen und die sie gut kennen, seit sie bei uns leben“, sagt Seifert. Direkt nach der Tat hatte sich ein Kriseninterventionsteam um sie gekümmert. „Wir sind unheimlich froh, dass einige Passanten so schnell und so mutig eingegriffen haben – so dass weder die Kinder, noch andere Menschen verletzt wurden“, betont Seifert. „Keiner weiß, was ohne ihr Eingreifen passiert wäre.“ Ein Polizist, der privat auf dem Supermarkt-Parkplatz war und einige andere Zeugen hatten gemeinsam versucht, den Mann zu überwältigen. Er leistete heftigen Widerstand. Die Männer konnten ihn nur mit Hilfe eines Absperrgitters zu Boden drücken und dort festhalten, bis die Polizei eintraf. Der 29-Jährige hatte seit 2013 in Prien gelebt. Er war bereits zweimal in psychiatrischer Behandlung. Vor kurzem hatte er einen Ablehnungsbescheid bekommen.

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