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Gemeinsam mit seinem 17-jährigen Sohn war der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter am Dienstag beim Champions-League-Spiel am Dienstag im Madrider Bernabéu-Stadion. 

„Das Vorgehen der Polizei war brutal“

Nach Polizeigewalt in Madrid: Deggendorfs Landrat Bernreiter schaltet Anwalt ein

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Den Polizeieinsatz beim Champions League-Spiel des FC Bayern gegen Real Madrid hat Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter hautnah erlebt. Sein Sohn wurde verletzt, der Politiker hat einen Anwalt eingeschaltet.

Deggendorf/Madrid – Es waren Szenen des Schreckens, die sich am Dienstag in Madrid beim Viertelfinal-Rückspiel der Champions League abgespielt haben. „Mit Helmen und Schlagstöcken sind die Polizisten in der Halbzeitpause von zwei Seiten in den Fanblock eingedrungen“, sagt Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter (53). An diesem Abend war der CSU-Politiker gemeinsam mit seinem Sohn im Bernabéu-Stadion – der 17-Jährige wurde bei dem umstrittenen Einsatz verletzt.

Einsatzkräfte prügeln im Bernabéu-Stadion auf FC-Bayern-Fans ein

„Das Vorgehen der Polizisten war brutal“, sagt Christian Bernreiter, der auch Präsident des bayerischen Landkreistags ist. Nur wenige Meter vom Geschehen entfernt hat er beobachtet, wie die Einsatzkräfte auf einmal auf die Fans eingeprügelt haben. Mittendrin: sein Sohn, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Als ich gesehen habe, was um ihn herum passiert, habe ich Blut und Wasser geschwitzt. Ich war machtlos – und hilflos“, sagt der Landrat. Erst nach zehn langen Minuten hat sich die Polizei zurückgezogen und nach der 90. Minute durfte der 17-Jährige zu seinem Vater. „Er hat Schläge auf den Brustkorb bekommen und hat noch immer Schmerzen“, sagt Bernreiter.

Als die Polizei in der Halbzeitpause plötzlich den Fanblock der FC Bayern-Fans stürmt, wird der Sohn (17) von Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter attackiert, ihm selbst passiert nichts. Nun will der CSU-Politiker juristisch gegen die spanischen Beamten vorgehen. Er hat einen Anwalt eingeschaltet.

Als der CSU-Politiker am Mittwoch mit einem FC Bayern-Sprecher telefonierte, erfuhr er, dass wohl eine nicht angemeldete Fahne im Bernabéu-Stadion der Auslöser für den Einsatz war. Nachvollziehen kann er die Gewalt-Aktion nicht. „Das Vorgehen war völlig unverhältnismäßig.“ Daher hat er einen Anwalt eingeschaltet. Zwar habe er leider keine Namen der beteiligten Polizisten, „wir können das aber nicht so stehen lassen, das muss untersucht werden“, sagt Bernreiter. Inwieweit er die spanische Polizei juristisch zur Rechenschaft ziehen kann, dazu will er sich in dieser Woche mit seinem Anwalt beraten. Das plant auch die Fanvereinigung Club Nr. 12.

FC Bayern schaltet die Bundesregierung ein

Der FC Bayern hat inzwischen die Bundesregierung eingeschaltet. Sie solle bei der spanischen Regierung „Protest einlegen und Aufklärung verlangen“, forderte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Man sei entsetzt über das maßlos übertriebene Vorgehen, sagte er.

Christian Bernreiter findet diese Forderung mehr als gerechtfertigt. In den vergangenen Jahren seien solch grundlos gewalttätige Einsätze und Schikanen gegenüber gegnerischen Fans immer wieder vorgekommen, sagt er. „Für mich war es unvorstellbar, dass so etwas in einem demokratischen Land passiert – bis ich es vor einigen Jahren in Turin bei einem Spiel mit eigenen Augen gesehen habe. Das muss aufhören.“

Schlagstöcke gegen Bayern-Fans: Spanische Polizei stürmt Gäste-Block

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