Nach dem Schnee droht jetzt das Hochwasser

München - Die gute Nachricht zuerst: Die klirrende Kälte ist vorerst überstanden. Doch die steigenden Temperaturen bergen neue Gefahren: In einigen Teilen Bayerns droht Hochwasser.

Der Schnee schmilzt, die Temperaturen steigen und in Südbayern kommt der große Regen: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor teils unwetterartigem Tauwetter. „Es kann zu lokalen Überschwemmungen kommen“, sagt Joachim Stoermer von der Hochwassernachrichtenzentrale. Betroffen sind vor allem die Donauzuflüsse. Und auch kleinere Flüsse drohen über die Ufer zu treten. Angespannt ist die Lage in den schwäbischen Landkreisen Augsburg und Donau-Ries, dort besteht Überschwemmungsgefahr. Ungünstig wirke sich der restliche Schnee aus, erläutert Stoermer: „Er saugt den Regen wie ein Schwamm auf, ist er gesättigt, kann die Flüssigkeit nicht absickern.“

Zumindest für die Autofahrer bedeuten die steigenden Temperaturen in Oberbayern erstmal Entwarnung: „Die Glättegefahr auf den Straßen ist vorübergehend gebannt“, sagt Volker Wünsche, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst. Doch die Lage entspannt sich nur kurzfristig. Spätestens in der Nacht zum Donnerstag gelangt auch der Süden wieder in den Einfluss der Kaltluft. Die Schneefallgrenze sinkt wieder.

Alle Unfälle in Bayern in der Übersicht

Blitzeis und überfrierende Nässe haben in Oberbayern gestern für Chaos auf den Straßen gesorgt. Es kam zu zahlreichen, teils tragischen Unfällen. Allein im Landkreis Freising krachte es in der Nacht zum Montag auf den Autobahnen A 9 (München-Nürnberg) und A 92 (München-Deggendorf) insgesamt zehn Mal. Die Karambolagen gingen glimpflich aus. Zu einem Unfall mit zwei Schwerverletzten kam es allerdings auf der Staatsstraße 2084 bei Dürnast. Ein mit drei Männern besetzter VW-Bus war von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Die Monteure einer Mühldorfer Firma waren mit Sommerreifen unterwegs, wie die Polizei berichtet. Der 64-jährige Fahrer war nur leicht verletzt worden, der 31-jährige Beifahrer erlitt schwere Verletzungen und musste von den Rettungskräften aus dem beschädigten Fahrzeug geborgen werden. Ein weiterer Insasse, der auf der Rückbank nicht angeschnallt war, wurde ebenfalls schwer verletzt. In Schwaben verunglückte eine 24-Jährige tödlich. Sie war bei Fischbach im Landkreis Augsburg auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten und mit einem entgegenkommenden Auto zusammengeprallt.

Geduld war auf der A 8 (München-Salzburg) gefragt. Ein mit Babynahrung beladener Sattelzug durchbrach bei Frasdorf gegen 10.25 Uhr die Mittelplanke und stürzte um. Aus dem aufgerissenen Tank lief Diesel aus, die Autobahn Richtung Salzburg war bis 17 Uhr komplett gesperrt.

Während im Süden das Thermometer langsam steigt, fielen in Niederbayern und der Oberpfalz gestern Rekordmengen an Schnee. Es kam zu mehreren Dutzend Unfällen und langen Staus. Allein auf der Autobahn A 93 zwischen Mainburg und Bad Abbach (Kreis Kelheim) standen die Fahrzeuge rund 30 Kilometer lang. Einige Dächer drohten unter der Schneelast einzubrechen: In Neutraubling (Kreis Regensburg) wurde deshalb das Hallenbad geschlossen. Schwierige Straßenverhältnisse herrschen auch im Norden Bayerns. Nördlich von Mittelfranken sind immer noch heftige Schneefälle vorhergesagt, die für entsprechende Straßenglätte sorgen.

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