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Landrat Martin Wolf kann wieder lächeln.

Zurück im Leben

Nach schwerem Motorradunfall: Landrat Wolf wieder im Amt

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Fast neun Monate nach seinem schweren Motorradunfall ist Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf (61, CSU) wieder im Amt. Mit der tz spricht er über die Rückkehr.

Fast neun Monate nach seinem schweren Motorradunfall bei Neuherberg ist Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf (61, CSU) wieder im Amt. Anfang April war er von einer Autofahrerin erfasst worden, zwei Monate später wurde er von den Wählern mit überwältigender Mehrheit als Landrat bestätigt – obwohl er in dieser Zeit wegen des Unfalls noch an Gedächtnisstörungen litt. Jetzt ist Wolfs Leidenszeit vorüber. Wir sprachen mit dem beliebten Kommunalpolitiker, der vor Zuversicht sprüht.

Wie waren Ihre ersten Tage im Landratsamt, neun Monate nach dem schweren Motorradunfall? Was gab es alles zu tun?

Martin Wolf: Ich habe mich sehr auf den Dienstantritt gefreut. In einer zweiwöchigen Wiedereingliederungsphase habe ich mich in den aktuellen Geschäftsgang eingearbeitet. Mein Stellvertreter Anton Westner hat mich über die Entwicklungen in grundlegenden Themen informiert. Wir haben verschiedene Termine auch gemeinsam wahrgenommen. Ich konnte auch einzelne neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenlernen. Die ersten Tage wieder im Dienst haben mir gezeigt, dass der Stellvertreter des Landrats Anton Westner und mein weiterer Stellvertreter Josef Finkenzeller zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervorragende Arbeit für den Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm geleistet haben. Es dauert sicherlich noch einige Wochen, bis ich in allen Themen wieder im Detail auf dem Laufenden bin. Daran werde ich anknüpfen.

Wie gehen Sie Ihre Aufgabe nun an?

Wolf: Mit hoher Motivation und großem Elan. Während meiner Genesungszeit war die Zusage der Ärzte, wieder vollständig gesund zu werden, und die Aussicht, die Aufgaben des Landrats wieder wahrzunehmen, ein starker Antrieb für mich. Trotzdem mache ich nicht so weiter, wie ich zum Unfallzeitpunkt aufgehört habe. Meine Ärzte und Therapeuten, aber auch mein Körper mahnen mich, ein gutes Zeitmanagement zu betreiben und mir nicht zu viele Termine oder Themen pro Tag zuzumuten. Das wird sich entwickeln. Verschiedene Rehabilitationsmaßnahmen laufen auch jetzt noch weiter. Zeitweise habe ich noch kurzzeitige Gleichgewichtsprobleme.

Landrat Martin Wolf: Keine Erinnerung an den Unfall

Wissen Sie noch etwas von dem Unfall?

Wolf: Vom Unfall selbst weiß ich nichts mehr. Meine Familie hat mir vom Unfallgeschehen berichtet. Ich selbst habe dazu nicht intensiver gegrübelt, die Schuldfrage ist gerichtlich geklärt. Ich möchte nicht mit dem Schicksal hadern, sondern nach vorne blicken. Das bringt mich weiter.

Welche Rückmeldungen haben Sie denn in der Reha und zuletzt von den Bürgern bekommen?

Wolf: Es haben mich sehr, sehr viele Genesungswünsche erreicht. Darüber habe ich mich sehr gefreut, es hat mir immer wieder Schwung und Antrieb gegeben. Das Wahlergebnis in der Wiederwahl war beeindruckend und eine zusätzliche Motivation für mich. Die Bürgerinnen und Bürger kommen jetzt offen auf mich zu, freuen sich, dass ich wieder im Dienst bin. Sie tragen auch wieder ihre Anliegen vor, bitten um Unterstützung und suchen den Austausch mit mir. Der Landrat ist sozusagen wieder voll angekommen.

Werden Sie nochmal auf ein Motorrad steigen?

Wolf: Nein. Die Faszination für das Motorradfahren ist schon noch da, ich habe viele wunderschöne Ausfahrten und Touren in Erinnerung und verstehe die Begeisterung dafür. Wie viele andere Motorradfahrer habe ich immer gedacht, dass mir schon nichts passieren wird. Ich würde mich als sicheren Fahrer bezeichnen. Dennoch will ich das Schicksal nicht noch einmal herausfordern: Das wäre zu viel verlangt.

Wie sehen als Sie als Sechzger- Fan die derzeitige Situation? Wie halten Sie es mit Hasan Ismaik?

Wolf: Als Sechzger-Fan bin ich vor allem betrübt über die ungewisse und intransparente Finanzperspektive der Löwen. Alle Verantwortlichen müssen an einer Klärung darüber mit Ismaik arbeiten. Auf Dauer hält der Verein diese Zerreißproben nicht aus. Der sportliche Erfolg kann sich nur dann einstellen, wenn klar ist, wie die kommenden zehn Jahre finanziert werden.

Interview: Markus Christandl

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