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Am Ort des Unfalls wird Janina mit einem Kreuz samt Lichtern gedacht.

Prozess um Tod der elfjährigen Janina

Erschütternde Aussage der Mutter: „Diese Lücke bleibt“

Bamberg - An Neujahr starb die kleine Janina durch eine Kugel. Kurz bevor das Gericht das Urteil über den Angeklagten fällt, sorgt die Mutter des Opfers für Aufsehen.

Als ihre Tochter Janina (†11) in der ersten Stunde des neuen Jahres von einer Kugel tödlich getroffen wurde, war sie nicht an ihrer Seite. Im Mordprozess gegen JVA-Fahrer Roland E. (54) vor dem Landgericht Bamberg hat Janinas Mutter Magdalena W. (37) nun das unfassbare Leid, das seitdem über die Familie hereingebrochen ist, geschildert: „Mit einem Schuss hat er alles kaputt gemacht. Janina war erst elf, sie hat das Leben geliebt. Die Lücke wird sich nie schließen. Egal welches Urteil fällt.“

Der Angeklagte will sein Gesicht nicht zeigen.

Wenn das Landgericht am Donnerstag E. voraussichtlich verurteilt, wird das für Janinas Mutter nur der erste Schritt zur Aufarbeitung sein. „Ich muss weiterleben, stark sein für meinen Sohn.“ Niemand könne ihre Tochter ersetzen. Wenn sie Kinder auf dem Schulweg sehe, müsse sie nach Hause umkehren. „Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich würde mich manchmal gern mit Tabletten vollpumpen, um den Schmerz zu verdrängen“, sagte die Kellnerin nur zwei Meter vom Killer ihrer Tochter entfernt. Tagtäglich gehe sie zu ihrem Grab. „Da weine ich, das hilft ein bisschen.“

Angeklagter: Aus Verärgerung über Rakete geschossen

Zum ersten Mal räumte der gelernte Maurer am Mittwoch, dem vierten Prozesstag, selbst ein, aus Verärgerung über eine Rakete geschossen zu haben. Doch seine Erklärung, er habe aus Frust über seine Krankheiten und die fünf Jahre zurückliegende Trennung von seiner Lebensgefährtin gehandelt, zerpflückte ihm der psychiatrische Sachverständige Jörg Groß (49). Er sei zwar depressiv gewesen: „Sein Vortat- und Nachtat-Verhalten schließt eine Bewusstseinsstörung aus.“

Für Oberstaatsanwalt Otto Heyder habe sich Roland E. von Anfang an „berechnend und eiskalt verhalten“. Er habe sich auch nach einem emotionalen Aufruf der Mutter nicht selbst gestellt. Am Donnerstag wird E. vom Gericht vermutlich die Quittung bekommen. Die Anklage fordert eine lebenslange Haftstrafe. „Es war eine gefährliche Mischung aus Frust, Depression, Wut und Ärger, die in der Silvesternacht zum Ausbruch kam“, so Heyder in seinem Plädoyer.

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