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Ein Feuerwehrmann griff auf der A3 zu einer ungewöhnlichen und nicht erlaubten Methode, um Gaffer abzuwehren.

Trotz Applaus für die Aktion

Feuerwehrmann spritzt Gaffer auf A3 ab: Das hat wohl Folgen für ihn

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Ein Feuerwehrmann hat nach einem Unfall mit drei Toten auf der A3 spontan Gaffer mit Wasser bespritzt, weil sie die Bergung der Leichen filmten. Die Kurzschlussreaktion hat wohl Konsequenzen.

Weibersbrunn - Eine Welle von Sympathien ist ihm entgegen geschwappt, Beweise dafür gibt es schwarz auf weiß bei Facebook & Co. nachzulesen. Viele Menschen feierten den Feuerwehrmann aus Waldaschaff, dem es zu blöd wurde mit den Lastwagenfahrern, die aus ihren Führerhäusern filmten, wie tote Menschen in Särge gehoben wurden, und der kurzerhand zum Schlauch griff und die Fahrzeuge der Gaffer mit Wasser abspritzte.

Eine Kurzschlussreaktion nach dem sehr belastenden, stundenlangen Einsatz auf der A3 bei Weibersbrunn (Landkreis Aschaffenburg), wo am Donnerstag drei Menschen nach einem schlimmen Unfall ihr Leben ließen. Der Mann sei sehr emotional, die Konsequenzen seien ihm in diesem Moment nicht bewusst gewesen, erzählt der Vorgesetzte des Feuerwehrmannes, Thomas Rollmann, Kreisbrandmeister und Pressesprecher der Feuerwehr Aschaffenburg. 

Menschlich wohl nachzuvollziehen, juristisch allerdings problematisch.

Der Feuerwehrmann hat auf gefährliche Weise in den Straßenverkehr eingegriffen

Denn bei der Schlauch-Aktion handelt es sich um einen „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“, die Staatsanwaltschaft ist wohl gezwungen, gegen den Feuerwehrmann zu ermitteln - auch ohne Strafanzeige. Das bestätigt ein Würzburger Rechtsanwalt gegenüber der Main Post. Die Einleitung eines Verfahrens gelte als sehr wahrscheinlich. Möglicherweise werde es allerdings auch wegen geringer Schuld eingestellt. Die Fahrzeuge, die angespritzt wurden, sind sehr langsam an der Unfallstelle vorbeigefahren, das wurde bereits am Tag des Unfalls hervorgehoben. 

Tödlicher Unfall auf A3: Bilder vom Einsatz

Feuerwehr-Führungskräften wie Thomas Rollmann ist die Problematik bewusst. Er räumt gegenüber der Main Post ein, dass man schneller hätte einschreiten sollen, um den Nachahmereffekt zu verhindern. 

Dennoch: Niemand würde dem Kollegen einen Vorwurf machen. 

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