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In der Nacht auf Freitag kam es zu einem schweren Zugunglück in der Oberpfalz.

Zwei Menschen starben

Nach Zugunglück: SPD fordert neues Notrufsystem

Freihung - Hätte das schwere Zugunglück am vergangenen Donnerstag in der Oberpfalz durch einen Notrufknopf verhindert werden können? Die SPD fordert eine entsprechende Nachrüstung der Bahnübergänge in Bayern.

Update vom 9. Februar 2016: Mehrere Tote, hunderte Verletzte: Das ist die traurige Bilanz eines schweren Zugunglücks, zu dem es am Dienstagmorgen bei Bad Aibling (Kreis Rosenheim) gekommen ist.

Angesichts des schweren Zugunglücks mit zwei Toten in Freihung in der Oberpfalz fordert die SPD-Landtagsfraktion spezielle Notrufsysteme an Bahnübergängen. „Wenn es einen Notrufknopf analog eines Feuermelders am Bahnübergang gegeben hätte, hätte der LKW-Fahrer direkt ein Warnsignal an den Lokführer und die Fahrdienstleitung senden können“, sagte der verkehrspolitische Sprecher Bernhard Roos.

Am späten Donnerstagabend war ein Regionalzug mit 40 Reisenden auf dem Weg von Nürnberg nach Weiden in einen auf dem Bahnübergang liegen gebliebenen Schwertransporter gerast. Dabei kamen der 35 Jahre alte Lokführer und der 30 Jahre Fahrer des Lastwagens ums Leben. 18 Menschen wurden verletzt, vier davon etwas schwerer.

„Am besten wären natürlich bayernweit Schranken und Warnsysteme an allen Bahnübergängen, denkbar ist aber auch, zunächst überall Warnsysteme nachzurüsten“, betonte Roos. „Insbesondere jahrelange Anwohner hörten oft das Signal des Zuges gar nicht mehr.“

Wie ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte, gibt es bereits ein Warnsystem an beschrankten Bahnübergängen. „Schließt eine Schranke nicht vollständig, wird der Lokführer informiert. Das geht hin bis zu einem Nothalt.“ Der Bahnübergang bei dem Zugunglück in der Oberpfalz war mit einer Lichtzeichenanlage und Halbschranken ausgestattet. Eine kürzlich durchgeführte Prüfung der Funktionen ergab keine Beanstandungen. Wie es dennoch zu dem Unfall kommen konnte, war auch am Samstag weiter unklar. Ein Gutachten soll den genauen Hergang klären. Dessen Erstellung werde aber einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bahnsprecher: "Sind offen für Vorschläge"

Zur Forderung der SPD sagte der Bahnsprecher: „Wir sind grundsätzlich offen für Vorschläge.“ Er gab aber zu bedenken, dass die Kosten für die Umrüstung von Bahnübergängen nicht nur die Bahn sondern je nach Straße auch Gemeinden, Landkreise, der Freistaat und der Bund anteilig mitfinanzieren müssten.

Bayern ist unter den deutschen Bundesländern mit Abstand jenes mit den meisten Bahnübergängen. Rund 3500 gibt es im Freistaat. Vor 25 Jahren waren es noch 7000. „Der beste Bahnübergang ist der, den es nicht mehr gibt“, sagte der Bahnsprecher. Bundesweit fließen nach seinen Worten jährlich rund 500 Millionen Euro in die Beseitigung und Aufrüstung von Bahnübergängen.

Bei Unfällen an Bahnübergängen sind laut Bahnsprecher über 90 Prozent der Kollisionen auf falsches Verhalten der Fahrzeuglenker und Fußgänger zurückzuführen. Die besten Notrufsysteme nützen zudem nichts, wenn sie ausgehebelt werden: Ein Lkw-Fahrer im Allgäu, der vor wenigen Tagen mit seinem Transporter auf einem Bahnübergang zwischen zwei heruntergelassenen Schranken feststeckte, griff kurzerhand zur unterm Fahrersitz verstauten Flex und sägte eine Schranke ab. Der herannahende Zug konnte gerade noch rechtzeitig bremsen.

dpa

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