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Der traurige Abstieg: Seit Jahren sinkt die Zahl der A-Jugendmannschaften (Spieler von 16 bis 18 Jahren) in Bayern. Das liegt natürlich zum einen daran, dass es immer weniger Kinder in Bayern gibt.

Immer weniger Jugendliche wollen kicken

Nachwuchsmangel: Fußball-Vereine in der Krise

München - Der Jugend-Fußball in Bayern steckt in der Krise. Gerade im Nachwuchs gibt es immer weniger Jugendliche, die in Vereinen Fußball spielen wollen. Stirbt unser Amateur-Fußball?

Vor ein paar Wochen war es wieder so weit: Da kam ein 16-Jähriger zu Karl Ebner und erklärte: „Tut mir leid, aber ich schaff’es zeitlich nicht mehr. Ich hör’ auf.“ Und zack – wieder hatte der Jugendleiter des TSV Bodenmais einen A-Jugendspieler weniger. Wie viel noch übrig sind? Fünf! Ebner weiß manchmal nicht mehr, was er machen soll: „Wenn das so weitergeht, haben wir bald gar keine Jugendspieler mehr.“

Der Nachwuchsmangel beim TSV Bodenmais – er ist bei Weitem kein Einzelfall: Egal, ob in Bastian Schweinsteigers Heimatverein Oberaudorf, beim TSV Pähl (wo Thomas Müller das Kicken lernte) oder in Bad Kohlgrub nahe Garmisch – fast alle klagen über immensen Spielerschwund. Die Zahlen sprechen für sich: Von 2008 bis 2013 ist die Zahl der Juniorenmannschaften in ganz Bayern von 20 699 auf 16 809 Teams gesunken – ein Rückgang von fast 19 Prozent. Interessant ist hierbei auch, dass der Einbruch an Jungkickern nicht alle Altersklassen betrifft: So tummeln sich in fast allen Vereinen noch genug Kinder in der E-, D- und C-Jugend, um jedes Wochenende eine volle Elf auf den Platz stellen zu können.

Woran liegt es, dass Teens die Stollenschuhe an den Nagel hängen?

„Erst ab der B-Jugend und besonders in der A-Jugend steigen viele Spieler aus“, erklärt der Bayerische Fußballverband. Wie oft sie das tun, zeigt die Grafik rechts: Gab es in Niederbayern im Jahre 1990 noch 388 A-Jugend-Mannschaften, waren es zehn Jahre später schon nur noch 300. Mittlerweile sind nur noch 193 Teams übrig! In Oberbayern sieht die Entwicklung zwar auf den ersten Blick etwas besser aus – dies liegt aber nur daran, dass es hier mit München, Ingolstadt und Augsburg eine Mehrzahl an größeren Städten gibt. Und genau dort steht der Fußball (auch durch den hohen Ausländeranteil) noch immer hoch im Kurs. Nichtsdestotrotz sank auch die Zahl der A-Jugenden in Oberbayern in den vergangenen zehn Jahren von 450 auf nur noch 387. Stellt sich die Frage: Woran liegt es, dass die Teens die Stollenschuhe an den Nagel hängen?

Medienangebot: Im Internet wie die Profis auftreten

Zum einen natürlich an der demografischen Entwicklung – besonders auf dem Land gibt es einfach weniger Kinder als noch vor 20 Jahren. Der Hauptgrund liegt aber woanders. „Das Problem sind die Jugendlichen so zwischen 15 und 18 Jahren“, erklärt Jugendleiter Karl Ebner. „Die sitzen halt heuteoftliebervordemComputer oder üben eine coole Trendsportart aus, bevor sie zum Fußball kommen.“ Zudem hätten manche Schüler schlicht keine Zeit mehr: Das G8 sowie der Nachmittagsunterricht in vielen Schulen raube jede Energie. „Die haben nicht mehr so viel Freiraum wie wir einst.“

Auch beim Bayerischen Fußballverband hat man das Nachwuchsproblem längst erkannt. Mit mehreren „runden Tischen“ versucht man, Lösungen zu finden. Bisher konnte man nur das Gründen von Spielergemeinschaften erleichtern. Heißt:Daschließt sich eben Oberaudorf mit Kiefersfelden zusammen, um zusammen eine A-Jugend in die Liga schicken zu können. Übrigens: Der TSV Bodenmais hat sich diese Saison gleich mit zwei Nachbarorten zusammengeschlossen, um eine A-Jugend zusammenzubekommen. Ebner:„Da kann einem manchmal schon angst und bange werden um unseren Fußball.“

Fussball Vorort engagiert sich für Vereine:

Das Team von Fussball Vorort hat sich das Ziel gesetzt, Nachwuchsfußballer im Internet wie Profikicker zu präsentieren. Jede Mannschaft bekommt auf fussball-vorort.de seine eigene Vereinsseite. Präsentiert euch im Internet wie die Profis des FC Bayern: Ihr könnt euren Kader mit Spielerprofilen anlegen, Berichte schreiben, Fotostrecken hochladen, usw...

Meldet euch an und holt euch euren Vereinszugang:

http://statistik.fussball-vorort.de

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