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Ein Kultobjekt auf Rädern: Die Namensgeberin Therese Pape (Mitte) machte auf dem Goggo-Roller eine gute Figur, hier mit den Geschwistern Andreas und Antonie Glas.

Therese Pape mit 92 Jahren gestorben

Die Namensgeberin des Goggomobils ist tot

Dingolfing –Der Kultroller der 1950er-Jahre verdankt seinen Namen einer einer jungen Frau, die aus dem Rheinland nach Bayern kam: Therese Pape. Sie ist mit 92 Jahren gestorben.

Das Goggomobil war Anfang der 1950er-Jahre ein Kultobjekt. Seinen Namen verdankt der Vierradroller einer jungen Frau aus dem Rheinland, die mit der Automobilindustrie eigentlich rein gar nichts zu tun hatte: Therese Pape. Einige Zufälle führten sie zu der Unternehmerfamilie Glas nach Dingolfing. Sie sollte sich damals um den Haushalt kümmern – und lieferte dem Firmenchef den Namen für seinen neuen Roller. Nun ist Therese Pape im Alter von 92 Jahren gestorben.

Die Geschichte, wie sie das Schicksal damals aus dem Rheinland nach Bayern verschlagen hatte, erzählte sie gern: 1936 hatte sie eine Stelle als Haushaltshilfe bei einer Kölner Familie, diese wiederum war mit der Dingolfinger Familie  Glas befreundet, die eine Landmaschinenfabrik besaß. Hans Glas lud die damals 21-Jährige 1941 zur Erholung nach Bayern ein, sie half im Haushalt mit, es entstand eine Freundschaft. Im Oktober 1947 suchte die Familie Glas eine neue Haushaltshilfe und fragte Therese Pape – sie nahm das Angebot an und zog nach Bayern. Wenige Monate später kam Andreas Glas junior als drittes Kind der Familie zur Welt, Therese Pape schloss ihn damals sofort in ihr Herz und gab ihm den Spitznamen „Goggi“ – wie sie darauf kam, konnte sie später selbst nicht mehr erklären. Aber der Kosename blieb dem Bub, die ganze Familie nannte ihn so.

Das war genau zu der Zeit, als Firmenpatriarch Hans Glas senior eine Idee hatte: Durch den großen Erfolg der Vespa in Italien erwartete er auch im Nachkriegsdeutschland einen Bedarf an Motorrollern. Sein Familienunternehmen entwickelte einen Roller, für den nur noch ein Name fehlte. Kurzerhand entschied sich Hans Glas für den Spitznamen seines jüngsten Sohne. Der Goggo-Roller wurde binnen kürzester Zeit zum meist verkauften Roller in Deutschland, 1955 ging das vierrädrige Goggomobil, das erste Auto der Marke Glas, in Serie. Er avancierte zum Kultobjekt. Bei der Namensgeberin Therese Pape bedankte sich Hans Glas zu deren Hochzeit mit einem besonderen Geschenk: einem Goggomobil. Außerdem durfte sie die neuen Modelle probefahren. Höhen, Größen und Lenkeinstellungen wurden nach ihren Maßen abgestimmt.  

mm

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