Die Narren kommen

Würzburg - Die fünfte Jahreszeit beginnt und in vielen Städten und Gemeinden übernehmen die Narren sympolisch das Regiment. Wo das bunte Treiben startet und welche Veranstaltungen anstehen, lesen Sie hier:

Die Bürgermeister vieler bayerischer Städte dürfen sich entspannt zurücklehnen: Die Narren übernehmen in diesen Tagen symbolisch die Macht in den Rathäusern. Ob Rathausstürmung, Prinzentreffen, Prunksitzungen oder Gottesdienste - das närrische Volk läutet in diesen Tagen die fünfte Jahreszeit in Bayern offiziell ein.

In Würzburg startet die Saison mit der Inthronisierung des Würzburger Prinzenpaares am Samstag um 11.11 Uhr, wie die Karnevalsgesellschaft mitteilte. Zuvor wollen mehrere regionale Gesellschaften fröhlich durch die Innenstadt ziehen. Am Dreikönigstag wollten sich dem Fastnacht-Verband Franken zufolge in Hof die oberfränkischen Prinzenpaare der Faschings- und Karnevalvereine aus der Region treffen und damit in das bunte Treiben starten.

Für den Fastnacht-Verband Franken beginnt die Faschingszeit mit der „Närrischen Weinprobe“ im Staatlichen Hofkeller unter der Würzburger Residenz. „Dafür laufen am Wochenende bereits die ersten Proben“, sagte Verbandsvorsitzender Bernhard Schlereth. Die Sendung werde am 13. Januar im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.

Gottesdienst der etwas anderen Art

Mit einem außergewöhnlichen Gottesdienst wollen sich die Narren in Unterfranken zudem auf die Höhepunkte der Fastnacht einstimmen. Die Würzburger Karnevalsgesellschaft lädt am kommenden Donnerstagabend in die Kirche Stift Haug ein. Der Elferrat werde die Veranstaltung mit Gesang und Bütt zu einem etwas anderen Gottesdienst werden lassen. „Das ist ein wichtiges Treffen der Aktiven zum Start der Saison“, sagte Schlereth.

Die Verbindung der Narrenzeit mit der Kirche sei gar nicht ungewöhnlich. „Die Fastnacht ist im christlichen Jahresablauf ein fest verwurzeltes Fest“, so der Verbandschef. Es sei gut, in der Kirche noch einmal in Ruhe über alles nachzudenken. „Prinzenball, Prunksitzungen, Proben - danach geht es für uns Schlag auf Schlag weiter“, sagte Schlereth.

Ein Höhepunkt der närrischen Zeit wird die Live-Übertragung der Sendung „Fastnacht in Franken“ aus dem unterfränkischen Veitshöchheim sein. Die Sendung wird am 10. Februar live im Bayerischen Rundfunk (BR) übertragen. Für den BR ist die „Fastnacht“ die quotenträchtigste Sendung. Der Marktanteil liegt dem Sender zufolge bei fast 50 Prozent - das seien etwa fünf Millionen Menschen.

Mit den Faschingsumzügen vor mehreren zehntausend Zuschauern erreicht die närrische Zeit in Bayern um den Faschingssonntag herum schließlich ihren krönenden Abschluss.

Franken gilt in Bayern als Fastnachts-Hochburg. In dem Verband sind den Angaben zufolge knapp 300 Gesellschaften mit etwa 70 000 Narren zusammengeschlossen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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