Der Wolf im Allgäu. Dieses Foto wurde vom Landesamt für Umwelt freigegeben.

"Die graue Eminenz kehrt zurück"

Naturschützer jubeln über Wolf im Allgäu

München - Wieder ein Wolfs-Nachweis in Bayern, der dritte in diesem Jahr: Naturschützer reagieren auf die am Montag Abend bekannt gewordene neue Sichtung bei Oberstdorf begeistert.

„Die graue Eminenz kehrt nach Bayern zurück“, jubelte die Gregor-Louisoder-Umweltstiftung in München gestern. Die Stiftung ist auf den Schutz von Wölfen spezialisiert. „Bevölkerung, Jäger und Landwirte können und müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es heißt: Der Wolf ist dauerhaft zurück in Bayern“, sagte Stiftungsvorstand Claus Obermeier.

Wie berichtet, war der Wolf am Wochenende südlich von Oberstdorf gesichtet worden. Das Landesamt für Umwelt hat am Ort der Sichtung Spuren dokumentiert „und mögliches Genmaterial in Form von Haaren und etwaige Speichelspuren an Knochensplittern von Resten eines erbeuteten Rehs gesichert“, erklärte eine Sprecherin. Die Auswertung dauert etwa zwei Wochen. Danach wird man wissen, ob die Annahme berechtigt ist, dass der Wolf aus Vorarlberg zugewandert ist. Weitere Informationen gab es gestern nicht. Nicht einmal die Frage, ob die Sichtung am Samstag oder Sonntag stattfand, wollte die Sprecherin beantworten. Nur so viel: Das Foto schoss ein Mann – wahrscheinlich ein Wanderer oder ein Landwirt. „Es handelt sich um eine Privatperson, die darauf besteht, aus der Öffentlichkeit herausgehalten zu werden.“

Die Begeisterung der Umweltschützer in München wird indes vor Ort im Landkreis Oberallgäu nicht unbedingt geteilt. Auch dort gibt es Schaf- und Ziegenhaltung, zum Teil in nicht einzäunbaren Bergregionen. „Natürlich gibt es bei uns auch Stimmen, die sagen: Im Allgäu ist kein Platz für den Wolf“, erklärte ein Sprecher des Landratsamtes.

dw

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