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Naturschützer: Wolf ist Urbayer und hat Lebensrecht  

München - Es ist nur einer, doch er hat es in sich: Der Wolf, der im Landkreis Miesbach eine Hirschkuh gerissen hat, sorgt erneut für heftige Debatten.

Wölfe seien in anderen Ländern und vielen Teilen Deutschlands eine Selbstverständlichkeit, betonte der Bund Naturschutz in Bayern am Freitag in München. „Wir fordern, dass die bayerische Staatsregierung zur Kenntnis nimmt, dass Bayern ein Wolfsland ist und dass dieser Urbayer hier ein Lebensrecht hat“, sagte der Landesbeauftragte Richard Mergner. Es fehle an Toleranz und der Bereitschaft, konstruktive Lösungen für das Zusammenleben zu finden.

Über 200 Wölfe leben in Deutschland

In Deutschland lebten über 200 Wölfe, teilte der BN mit. Vor einer Woche hatte der BN noch von 120 bis 140 Wölfen in Deutschland gesprochen. Exakte Zahlen gibt es nicht. Wolfsrudel gebe es in den Naherholungsgebieten Berlins und in der Lüneburger Heide. Nur in Bayern löse ein einzelner Wolf derartige öffentliche Abwehrreaktionen hervor. Schutzmaßnahmen für Nutztiere würden blockiert. Das gefährde erneut das Überleben auch dieses Tieres.

Wolfsmanagementplan auf den Weg gebracht

Auch SPD und Grüne meldeten sich zu Wort und verlangten weitere Maßnahmen. Bayern hat bereits einen Wolfsmanagementplan auf den Weg gebracht, der Schutzmaßnahmen für Schafe und Entschädigungen für Bauern regeln soll. Viele Almbauern und Schafbesitzer sind der Meinung, dass der Wolf nicht nach Bayern gehört.

Traditionell sind die Schafe auf den Almen ohne Zäune und ohne Hirten unterwegs - leichte Beute für einen Wolf. Vor einigen Jahren wanderte ein Wolf aus Italien ein und riss 28 Schafe, 15 Hirsche und zwei Rehe. Irgendwann war er spurlos verschwunden. Er habe eine „Bleivergiftung“ erlitten, hieß es an den Stammtischen. Sein Fell diene nun als Bettvorleger.

Mehrzahl der Bayern freut sich über Wolf-Rückkehr 

Einer Umfrage des Umweltverbandes WWF zufolge freuen sich 69 Prozent der Bayern über die Wiederkehr des Wolfes nach Deutschland. Nur 13 Prozent seien kritisch. „Auch wenn es populistische Abschussforderungen geben mag, die Rückendeckung der bayerischen Bürger hat der Wolf - und das nicht erst seit gestern. Die Bayern freuen sich über die Rückkehr einer einst ausgestorbener Tierarten“, sagte WWF-Naturschutzreferent Janosch Arnold.

dpa

Lesen Sie dazu auch: Nach Wolfangriff: Almbauern in großer Sorge

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