Hubert Haf steht an einem von einem Bagger abgetragenen Steilhang auf dem Falkenstein.
+
Hubert Haf steht an einem von einem Bagger abgetragenen Steilhang auf dem Falkenstein. Schatzsucher hatten dort gegraben bis der Boden abzurutschen drohte.

Am Falkenstein

Nazi-Gold im Allgäu versteckt? Dreiste Schatzsucher rücken mit Bagger an und hinterlassen Trümmerfeld

Gerüchte um verschwundenes Nazi-Gold locken noch immer Schatzsucher ins Allgäu. Manche Schatzsucher rücken gleich mit einem Bagger an - zum Leidwesen der Anwohner.

  • Immer noch halten sich im Allgäu um verschwundenes Nazi-Gold.
  • Die Goldsucher graben auf dem Falkenstein sogar mit Baggern.

Pfronten - Hubert Haf ist 82 Jahre alt, wohnt zeit seines Lebens in Pfronten und hat dort 30 Jahre lang ein Lebensmittelgeschäft geführt. Die Gemeinde im Ostallgäu an der Grenze zu Österreich ist ein Anziehungspunkt für Touristen, die Deutschlands höchstgelegene Burgruine auf dem Falkenstein besichtigen wollen – und für die Jäger eines vermeintlich verlorenen Schatzes: Auch 75 Jahre nach Kriegsende locken Gerüchte um Nazi-Gold Schatzsucher ins Allgäu. Kein Wunder, bei den derzeitigen Goldpreisen*.

Bayern: Goldgräber am Falkenstein suchen nach Nazi-Gold - Spuren des Baggers noch zu sehen

Haf kennt den Ort, an dem sie sich zuletzt zu schaffen machten. An einem Forstweg am Falkenstein sind noch die Spuren des Baggers zu sehen, mit dem die Täter mitten im Wald losbuddelten. An einem Steilhang trugen die Schatzsucher im Juli Boden ab – bis der Bagger abzurutschen drohte. Unverrichteter Dinge ließen die Täter das von ihnen verursachte Trümmerfeld und den Bagger zurück. „Das ist die erste entdeckte Grabung am Falkenstein seit vielen Jahren“, sagt Pfrontens Hauptamtsleiter Richard Nöß. Die Sicherung und die Räumung des Geländes dürften mehrere Tausend Euro kosten.

Das Gerücht um einen vergrabenen Nazi-Goldschatz an der Ruine auf dem Berg hält sich hartnäckig. Versuche, den Schatz zu finden, blieben aber bis heute erfolglos. „Die haben auch von Hand gegraben und sind meistens nur bis zur Felsplatte gekommen“, sagt Haf.

Nazi-Gold am Falkenstein? Hubert Haf wurde selbst ein Opfer von Goldsuchern - Zahlreiche Gerüchte

Zu den Gerüchten um den Goldschatz am Falkenstein gehört, dass die SS von Oktober 1944 bis März 1945 den Berg abgesperrt habe. Zudem gibt es Erzählungen über einen Goldtransport von München nach Kempten, dessen Spur sich danach verliert. Haf sagt, dass nach Kriegsende Grenzschützer am Berg unterwegs gewesen seien. Er selbst ist auch zum Opfer von Goldsuchern geworden. Mehrmals brachen Täter in seinen Stadel ein – um hier Nazi-Gold zu heben. „Aber da ist nur ein Steinbrocken rausgekommen.“

Ein spektakulärer Fund wurde bei der Sanierung des historischen Asamgebäudes* im bayerischen Freising gemacht. Einen besonderen Fund hat auch ein Tourist auf der Zugspitze gemacht. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Kommentare