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Der angeklagte Kaminkehrermeister bat im Ausbildungszentrum in der Oberpfalz zum „Arier-Test“. (Symbolbild)

Mitgeschnittene Videos

Nazi-Skandal: Kaminkehrer lässt Minderjährige zum „Arier-Test“ antreten - jetzt steht die Bestrafung fest

Weil er mit seinen Schülern ein verbotenes Nazi-Lied intonierte und sie zum „Arier-Test“ antreten ließ, wird ein Kaminkehrermeister jetzt bestraft.

Mühlbach - Martin H. (50) muss 8400 Euro Geldstrafe zahlen. Durch mitgeschnittene Videos aus dem Kaminkehrer-Ausbildungszentrum im oberpfälzischen Mühlbach war die Nazi-Affäre im Februar ans Licht gekommen. 

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Zu sehen war darin, wie Martin H. im Tonfall Adolf Hitlers NSDAP-Parolen anstimmte, die teils Minderjährigen zum Mitsingen des Horst-Wessel-Liedes animierte und einen kritisch eingestellten Lehrling bloßstellte. Auf die Frage, warum er das tue, sagte Martin H. laut Anklage bloß: „Dies ist meine Einstellung.“ Bereits zuvor soll der aus Oberfranken stammende Schornsteinfegermeister Ausländer beschimpft haben.

Angeklagter wollte vom Dach springen

Das Amtsgericht Neumarkt ließ den Mann gestern mit einem Eil-Prozess ohne jede Beweisaufnahme davonkommen. „Ich kann es mir bis heute nicht erklären, warum ich auf diese Weise ausgetickt bin“, jammerte Martin H. Er habe vom Dach springen wollen, die größte Strafe sei ohnehin das Unterrichtsverbot, das ihm nach Bekanntwerden der Videos erteilt worden sei.

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Der Richter hielt H. die Wirkung des Alkohols und eine frühe Selbstanzeige zugute. Es sei aber unentschuldbar, dass er ein solches Verhalten vor Heranwachsenden gezeigt habe. Die Kaminkehrer-Innung prüft nun, ob ihm die Lizenz entzogen werden muss.

tz/mm

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