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Der Dienstausweis von Iwan "John" Demjanjuk, den er als "Wachmann" 1942 in seinem Ausbildungslager Trawniki bekommen hat und in dem u.a. eingetragen ist: "27.3.43 Sobibor".

30 Nebenkläger für Demjanjuk-Prozess

München - Im erwarteten Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk wollen nach einem "Spiegel"-Bericht mindestens 30 Nebenkläger auftreten.

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Mitglieder von Opferfamilien aus den Niederlanden, den USA und Israel hätten dies angekündigt, berichtet das Nachrichtenmagazin. Diese Zahl werde noch steigen, zitiert der "Spiegel" den Kölner Strafrechtsprofessor Cornelius Nestler. Er berät dem Bericht zufolge die meisten der Nebenkläger und organisiert ihre Vertretung. "Für die Opfer reicht das Verfahren über den Strafanspruch des deutschen Staates hinaus", sagte Nestler. "Viele sehen es als ihre Verpflichtung gegenüber den nahen Angehörigen, häufig sogar der gesamten ermordeten Familie an, sich selbst zu beteiligen."

Über die Zulassung der Nebenkläger müsste allerdings das Gericht entscheiden. Bisher gibt es noch nicht einmal eine Anklage, da die Ärzte vorher die Verhandlungsfähigkeit des 89-Jährigen prüfen müssen. Er ist nach Angaben seiner Familie schwer krank. Mit einem Prozessbeginn wird frühestens Ende September gerechnet.

Die Abschiebung des NS-Verbrechers Demjanjuk

Der gebürtige Ukrainer Demjanjuk soll 1943 im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen Beihilfe zum Mord an mindestens 29.000 Juden geleistet und die Menschen in die Gaskammern getrieben haben. Seit seiner Abschiebung aus den USA vor zweieinhalb Wochen sitzt er in München in Untersuchungshaft. Unter den möglichen Nebenklägern sollen laut "Spiegel" auch vier Überlebende aus Sobibor sein - bisher hatte sich nur ein Überlebender, der in den USA lebende Thomas Blatt, öffentlich zu Wort gemeldet.

dpa

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