Er betrieb einen Internetversand

Mit Neonazi-Shirts gehandelt: 33-Jähriger vor Gericht

München - Weil er T-Shirts mit Nazi-Aufdrucken im Internet verkaufte, steht ein 33-Jähriger in München vor Gericht. Laut Anklage habe er zum "Hass gegen Juden" aufgerufen.

Die Staatsschutzkammer des Münchner Landgerichts ist seit Montag mit der Frage konfrontiert, ob der Aufdruck von „88 mm“ und einem Geschütz auf T-Shirts ein „Aufruf zur gewaltsamen Durchsetzung der Politik Adolf Hitlers“ ist. Wegen Volksverhetzung angeklagt ist der Gründer der „Legion Werwolf Schwaben“. Weil der Buchstabe „h“ der 8. im Alphabet ist, verwenden Neonazis die Zahlenfolge für den Nazi-Gruß „Heil Hitler“.

Der 33-jährige Angeklagte soll mit dem Neonazi Martin Wiese den Internetversandhandel „Bloodline Streetwear“ für Shirts mit diversen Nazi-Aufdrucken betrieben haben. Wiese steht der Prozess wegen der Shirts noch bevor. Die Anklage schreibt Wiese die Ideen zu den Aufdrucken auf den T-Shirts zu, etwa „Nazisupermensch“, „Nichtjude“ oder „Adolf Hitler Europa Tour 1939 bis 1945".

Es gab auch den Aufdruck „3 gute Gründe gegen Kinderschänder“ mit Abbildung eines Strangs, einer Guillotine und einer Pistole. Der Angeklagte habe „zum Hass gegen Juden und Sexualstraftäter aufrufen und zugleich die Gewalt- und Willkürherrschaft des Nationalsozialismus billigen“ wollen, heißt es in der Anklage. Ursprünglich wurde der 33-Jährige vom Amtsgericht verurteilt, dessen Zuständigkeit das Landgericht Augsburg in zweiter Instanz aber verneinte. So kam der Fall zur Staatsschutzkammer. - Der Prozess dauert an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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