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Polizisten vor den Haus des Bruders von Karl D.

Neonazi-Demo gegen "Sex-Bestie von Geretsried"

Heinsberg/Geretsried - Der Protest gegen den Sextäter von Geretsried eskaliert. Am Samstag musste die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen Neonazis einschreiten.

63 Rechtsradikale versammelten sich am Samstagnachmittag auf Initiative der NPD zu einer Mahnwache in dem 400-Einwohner-Dorf Randerath bei Heinsberg – dort, wo der entlassene Vergewaltiger Karl D. (57) bei seinem Bruder Unterschlupf gefunden hat. Doch mit der Mahnwache auf dem Marktplatz beließen es die Rechten nicht. Sie wollten anschließend in einem Demonstrationszug zum Haus am Ortsrand gehen. Die Demo war nicht angemeldet, die Polizei musste alle 63 Neonazis festsetzen und Platzverweise erteilen. Ein Mann, der sich widersetzte, wurde festgenommen.

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Nur wenig später versammelten sich dann etwa 100 Einheimische wie schon in den Tagen zuvor zu einer genehmigten Demo vor dem Haus. Sie distanzierten sich ausdrücklich von der Neonazi-Aktion.

Die politische Debatte über den Fall läuft unterdessen weiter. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, griff Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) scharf an. Sie verweigere seit Jahren eine Gesetzesänderung. Der Paragraf 66b des Strafgesetzbuches sieht vor, dass eine nachträgliche Sicherungsverwahrung nur angeordnet werden kann, wenn dies durch neue Tatsachen oder Erkenntnisse zu rechtfertigen ist. Diese Einschränkung gehöre gestrichen, sagte Wendt.

Ebendies fordert auch die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU). Ihr Kollege vom Innenressort, Joachim Herrmann (CSU), untermauerte seine Kritik an der Entscheidung des Landgerichts München II. Auch nach der geltenden Rechtslage hätte für die Sicherungsverwahrung entschieden werden können, sagte Herrmann. Denn zwei Gutachten hätten neue Erkenntnisse über die Gefährlichkeit des Mannes ergeben. Der Mann habe jede Therapie verweigert und zudem Mitgefangenen von Drohungen gegen seine früheren Opfer berichtet. D. hatte 1994 zwei Mädchen in Geretsried brutal vergewaltigt.

dw

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