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Der Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg.

Neu-Ulmer OB nach Angriff noch nicht im Dienst

Neu-Ulm/Memmingen - Der Oberbürgermeister von Neu-Ulm hat drei Tage nach dem Angriff auf ihn in seinem Rathausbüro die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen.

"Er ist noch krank geschrieben. Es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut", sagte eine Sprecherin des Rathauses am Montag. Gerold Noerenberg (CSU) war am Freitag vom Deutsch-Libanesen Khaled el Masri tätlich angegriffen und verletzt worden. Nach Polizeiangaben hatte sich el Masri Zugang zum Büro des Oberbürgermeisters verschafft und dort unvermittelt mit Fäusten auf ihn eingeschlagen und einen Stuhl nach ihm geworfen. Noerenberg musste daraufhin medizinisch behandelt werden. Am Dienstag will der Bürgermeister den Angaben zufolge die Arbeit wieder aufnehmen.

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El Masri schlägt Neu-Ulmer OB blutig 

Gegen den 46-jährigen el Masri wurde Haftbefehl wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erlassen. Wie die Staatsanwaltschaft Memmingen am Montag mitteilte, ist das Motiv für den Angriff auf den Rathauschef weiterhin unklar. El Masri, der sowohl bei der Tat als auch bei der anschließenden Festnahme drei seiner sechs Kinder bei sich hatte, habe die Tat bislang nur pauschal zugegeben. Die Vernehmungen dauerten noch an.

Erst Ende August war der bei Neu-Ulm lebende el Masri nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Ärzten des Bezirkskrankenhauses Günzburg untersucht worden. Er soll Nachbarn während eines Streits um lärmende Kinder mit dem Tod gedroht haben. Die Polizei sei der Auffassung gewesen, dass der 46-Jährige eine Gefahr für andere darstellt. Nach einem Tag wurde el Masri jedoch wieder aus dem Bezirkskrankenhaus entlassen. Mediziner seien zu dem Schluss gekommen, el Masri müsse nicht behandelt werden.

El Masri war 2004 vom US-Geheimdienst nach Afghanistan verschleppt und dort fast sechs Monate gefangen gehalten worden. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hatte er im Januar 2007 in einem Neu-Ulmer Großmarkt Feuer gelegt und war dafür Ende 2007 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

dpa

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