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Hoffen auf eine leuchtende Zukunft: Abdul an seinem Ausbildungsplatz als Altenpfleger.

Neuanfang: Flucht ins Leben

München - Alles auf Anfang: Acht Menschen erzählen zu Ostern von ihrer "Auferstehung". Wie Abdul aus Sierra Leone, der nach langer Flucht endlich angekommen ist.

Seinem Neuanfang ist Abdul lange hinterhergeeilt. Abdul, der Flüchtling aus Sierra Leone in Westafrika, kam 2008 nach Deutschland. In seinem Land ist er politisch verfolgt worden. Zweieinhalb Jahre verbrachte er im Flüchtlingslager Schongau. Dann, im November 2010, hielt er seinen Neuanfang in der Hand: den Schlüssel zu einer eigenen Wohnung in München.

Einen zweiten Neuanfang hatte er in seiner Tasche: Den Hauptschulabschluss. Da war es, sein neues Leben. „Ich konnte aufatmen“, sagt der 22-Jährige.

Den Neuanfang hat er sich hart erarbeitet. Sein Empfang in München war nicht herzlich. Weil er seinen Asylantrag an einem Freitagnachmittag stellte, verbrachte er das Wochenende im Gefängnis: Das zuständige Amt hatte schon geschlossen. Er sei damals erst 17 gewesen, sagt er. Weil ihn die Beamten auf 18 schätzten, kam er nicht in die Jugendhilfe, sondern ins Flüchtlingslager. „Vertane Zeit“, sagt Abdul heute.

Er wollte Deutsch lernen, aber die Behörden legten ihm immer wieder Steine in den Weg. Es gab einen Sprachkurs in München, aber er musste in Schongau wohnen: Residenzpflicht, hieß es. Irgendwann ließen sie ihn pendeln – nur fehlte dafür das Geld. Manchmal bettelte er in München um Geld für die Rückfahrt. Wenn er nichts bekam, schlief er am Bahnhof. Mit der Angst, von der Polizei entdeckt zu werden. Dabei wollte er nur Deutsch lernen. Für seinen Neuanfang.

Trotzdem: Abdul ließ nicht lo-cker, stellte Antrag um Antrag. Irgendwann hatte er die Aufenthaltsgenehmigung, durch Zufall eine Wohnung. Und den Abschluss. Zwei Jahre ist das her. Seit September 2011 macht Abdul eine Ausbildung zum Altenpfleger in München. Am liebsten möchte er Krankenpfleger werden. Seine Zukunft ist dennoch ungewiss. Das Geld für die Ausbildung reicht nicht. Seine Anträge auf Sozialhilfe sind bisher abgelehnt worden. Nun hofft Abdul auf einen Neuanfang. Wieder einmal.

Amelie Buskotte

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