Diagnose da: So lange fehlt Müller dem FC Bayern

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Neuanfang: Neue Lunge, neues Leben

München - Alles auf Anfang: Acht Menschen erzählen zu Ostern von ihrer "Auferstehung". Wie Jochen Wolf, dessen zweites Leben mit einer neuen Lunge begann.

Eigentlich heißt es, das Beste komme zum Schluss. Aber das stimmt nicht, sagt Jochen Wolf*, 43, aus München. „Das Beste kommt nach dem Schluss.“ Nach dem Schluss, das bedeutet für ihn: nach seiner Lungentransplantation. In seinem zweiten Leben.

Jochen Wolf, ein hochgewachsener Mann mit klaren, blauen Augen, leidet seit seiner Geburt unter Mukoviszidose, einer Stoffwechselerkrankung. Sein Körper produziert zähen Schleim, der sich in seinen Atemorganen festsetzt. Teile der Lunge sterben nach und nach ab. Irgendwann konnte Jochen Wolf nachts nur noch mit Atemmaske schlafen. Er brauchte eine neue Lunge. 2005 ließ er sich auf die Empfängerliste für Spenderorgane setzen. Es ging nicht anders, wenn er leben wollte. Jochen Wolf wollte leben.

Am Nikolaustag 2006 bekam Jochen Wolf eine neue Lunge – und damit sein zweites Leben. Seine Freunde, Kollegen, seine Eltern zitterten mit ihm. Wäre er gestorben, wäre auch ein Teil in ihren Herzen gestorben. „Eine Organtransplantation ist, wie wenn man einen Stein ins Wasser wirft“, sagt Wolf. So etwas zieht Kreise. Alles lief gut. So wurde mehr als einem Menschen geholfen. Jochen würde sich freuen, gäbe es mehr Spender. „Jeder sollte sich fragen, würde ich selbst ein Organ annehmen? Wenn ja – spenden!“

Jochen Wolf sieht seine Lunge nicht als Fremdkörper. „Das ist meine Lunge“, sagt er. Dank ihr kann er endlich wieder Tischtennis spielen, das ist eine Leidenschaft von ihm. Jochen Wolf ist frühpensioniert: Mit zu viel Berufsstress würde er seine Gesundheit riskieren. Die Zeit, die er gewonnen hat, widmet er anderen: Er engagiert sich in Selbsthilfevereinen.

Mit seinen 43 Jahren hat er die statistische Lebenserwartung schon lange übertroffen: Sie liegt bei 35. Auch privat gibt es in seinem Leben einen Neuanfang: Julia. Im Frühjahr 2011 lernte er die Kinderkrankenschwester und Pflegepädagogin kennen. Im Sommer werden er und Julia heiraten. Was sie am meisten an ihm schätze? „Man merkt ihm jeden Tag an, dass er leben möchte.“

Julia Vanessa Bewerunge

* Name geändert

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