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Mmmmmh, Käsebrot! Immer mehr junge Menschen im Freistaat verzichten auf Fleisch – und ernähren sich vegetarisch. 

Zehn erstaunliche Ernährungstrends aus dem Freistaat

Die bayerische Brotzeit wird vegetarischer

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  • Stefan Sessler
    Stefan Sessler
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Was ist das Lieblingsessen und wer kocht daheim eigentlich am besten? Die Deutschen haben sich von der Techniker Krankenkasse für die „Studie zur Ernährung 2017“ auf ihre Teller schauen lassen. Die Ergebnisse? Überraschend.

1. Bayern essen weniger Fleisch

Schweinshaxn und Weißwürste gehören zu Bayern wie die Zugspitze und der Chiemsee. Dachte man zumindest – aber die echten Fleischliebhaber wohnen anderswo in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz gehört für 89 Prozent der Befragten Fleisch und Wurst fest zum Speiseplan. In Bayern sind es 81 Prozent. Noch genügsamer sind nur die Baden-Württemberger – dort kommt sogar ein Viertel der Befragten ohne Schinken und Schnitzel aus.

2. Lieber gesund statt lecker

Manchmal muss man im Leben Entscheidungen treffen. Rinderfilet mit Schwammerlrahmsoße und Kartoffelgratin oder doch lieber einen Rohkostteller, den aber ohne Salz? Einfache Entscheidung. Könnte man meinen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Deutschen sind trotz Kochshows auf allen TV-Kanälen gar nicht diese unbedingten Genießer, für die man sie halten könnte. 45 Prozent der Menschen sagen, das Essen muss „Hauptsache gesund!“ sein. Geschmack kommt an zweiter Stelle. Das war vor einigen Jahren noch anders. Aber zur ganzen Wahrheit gehört auch: 41 Prozent sagen, es komme ihnen vor allem auf den Genuss an. Sprich: Die Schwammerlrahmsoße hat doch noch eine Zukunft in diesem Land.

3. Studenten essen fleischlos

Je jünger, weiblicher und gebildeter die Deutschen sind, desto öfter ernähren sie sich vegetarisch. Mit vier Prozent ist der Anteil an Veganern bei Studenten am größten. Und jeder fünfte hat gesagt, dass er sich lieber Gelbe Rüben statt Salamisemmeln mit in die Vorlesung nimmt. Beim Fleischgenuss unterscheiden sich die Geschlechter übrigens deutlich: 90 Prozent der Männer verzichten keinesfalls auf Steak und Bratwurst. Bei den Frauen sind es nur 78 Prozent. Ein Fünftel der Frauen lebt weitgehend fleischfrei, bei den Männern ist es gerade einmal die Hälfte. Die größten Fleischesser sind die 40- bis 59-Jährigen: Bei fast 90 Prozent kommt regelmäßig Fleisch auf den Tisch.

4. Zum Abendessen gibt’s Chips

Zum Abendessen rascheln die Chipstüten in den Wohnzimmern. Das ist eine Sünde, die besonders junge Menschen begehen: 20 Prozent der 18- bis 25-Jährigen greifen zu Chips, statt den Herd anzuschalten. Jenseits Mitte 20 sinkt der Anteil der Chipsvernichter auf etwa die Hälfte. 38 Prozent haben danach nicht nur schnell wieder einen knurrenden Magen, sondern auch ein schlechtes Gewissen. Am Tag danach versuchen sie ihre Sünde mit besonders gesundem Essen gutzumachen.

5. Bayern, Land der Diäten

Bayern, das Heimatland von Gelbwurst und Knöcherlsülze, ist auch das Land der Diäten. Niemand in Deutschland versucht so oft abzunehmen wie die Menschen unterm weiß-blauen Himmel. Das ist weder ein Scherz noch preußische Propaganda, das ist laut der Studie der Techniker Krankenkasse die Wahrheit: 34 Prozent der Bayern haben schon öfter Diäten ausprobiert, aber nur 25 Prozent der Hamburger, 17 Prozent der Sachsen und nur 14 Prozent der Hessen und Saarländer.

Für ein Drittel der Deutschen gehört eine Diät inzwischen sogar zum Leben – sie machen jedes Jahr eine. Da wollen natürlich auch viele Bayern dabei sein. Weil, und das ist wahrscheinlich das Geheimnis hinter dem hiesigen Abnehm-Drang: Wer ko, der ko.

6. Frauen kochen viel besser

Früher waren die Aufgaben noch klar verteilt: Der Mann ging arbeiten, die Frau kümmerte sich um den Haushalt. Das ist zum Glück schon lange nicht mehr so festgefahren, aber beim Kochen haben immer noch die Frauen das Sagen. Fast die Hälfte der Männer glaubt von sich, nicht gut kochen zu können. Frauen sind selbstbewusster. 66 Prozent sagen, sie können gut kochen. 25 Prozent können laut Selbsteinschätzung sogar sehr gut kochen. Freude daran, für den Liebsten jeden Tag am Herd zu schuften, haben aber längst nicht alle. Fast ein Viertel empfindet die Arbeitsbelastung im Haushalt als Stressfaktor.

7. Für gesundes Essen fehlt die Zeit

Wer Hunger hat, schaut auf die Uhr statt auf die Zutatenliste. Wenn’s pressiert, pressiert’s. Dann, sagt die Hälfte der Befragten, fehlt Zeit und Ruhe für gesunde Ernährung. Zweisamkeit fördert übrigens den Genuss: Neun von zehn Pärchen essen mindestens einmal täglich in Ruhe.

8. Vegetarier halten sich für Kochprofis

84 Prozent der Veganer und Vegetarier glauben, dass sie gut oder sehr gut kochen. Bei Menschen mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeit sind es 82 Prozent. Sprich: Wer sich viel mit Lebensmitteln auseinandersetzt und manche Sachen vom Speiseplan gestrichen hat, der hält sich auch für einen besseren Koch. Denn nur 64 Prozent der „Fans der schnellen Küche“ halten sich für gute bis sehr gute Köche. Bei den Fans gesunder Küche sind es immerhin noch 79 Prozent.

9. Gerne Pizza, noch lieber Pasta

Teig, Tomatensoße, Lieblingsbelag, Käse: Die Pizza ist nicht aus unserem Alltag wegzudenken. 52 Prozent der Befragten essen sie ein- oder zweimal im Monat. Noch beliebter: Burger, Pommes – und Currywurst. Die gibt’s bei 14 Prozent mindestens einmal in der Woche. An der Spitze liegen aber Nudelgerichte. Über die Hälfte kocht ein- oder zweimal die Woche Pasta.

10. Kantinen sind Ernährungskiller

Jeder dritte Befragte schiebt es auf die Auswahl in der Kantine, dass er sich nicht gesünder ernährt. Aber sind wir ehrlich: Es entscheidet jeder selbst, ob er zum Gemüsestrudel greift oder sich zum achten Mal im Monat für ein Schnitzel anstellt. Immerhin 61 Prozent der Berufstätigen sagen, dass sie sich in ihren Pausen genügend Zeit fürs Essen nehmen. Vor vier Jahren waren es nur knapp 50 Prozent. Gut ein Viertel hat hingegen gar keine Zeit für eine richtige Pause – und isst nebenher.

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