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Ein kühles Bad im See macht die Hitze am kommenden Wochenende erträglich. Bis auf 37 Grad sollen die Temperaturen ansteigen.

Neue Hitzewelle und keine Abkühlung in Sicht

Bayern - Die zweite große Hitzewelle kommt: Am Wochenende wird es bis zu 37 Grad heiß. Diesmal haben es die Bayern richtig gut: Während es in Teilen der Republik schwül wird, bleibt es im Alpenvorland angenehmer.

Ein heißes Wochenende steht den Bayern bevor: Zum Endspiel der Fußballweltmeisterschaft dreht der Sommer hierzulande noch einmal richtig auf. „30 bis 35 Grad werden wir im Großraum München wohl erreichen“, sagt Jens Winninghoff vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München voraus. Wobei es den Oberbayern diesmal noch richtig gut geht: Denn im Alpenvorland ist man weitgehend von der Schwüle verschont, die vor allem im Südwesten - also am Oberrhein und am Bodensee - zuschlagen wird.

Mit den Temperaturen wird es nun jeden Tag nach oben gehen. Hoch „Zadok“, das gestern direkt über Deutschland lag, zieht bis zum Wochenende ins östliche Mitteleuropa. Fast ungestörter Sonnenschein soll die Luft heute auf bis zu 34 Grad aufheizen, morgen wird es noch heißer. Gleichzeitig wird die Luft laut DWD vor allem im Westen und Südwesten feuchter, so dass die gefühlten Temperaturen dort schon fast unerträgliche Werte bis 40 Grad erreichen.

„Aber nicht in Oberbayern“, beruhigt Winninghoff. Im Alpenvorland profitiere man von der höheren Lage. Hier herrsche eine trockenere Luftmasse vor. „Aber am Sonntag wird es schon richtig heiß, zumal dann etwas feuchtere Luft hier herkommt.“ Für die nächste Woche sieht es gut aus mit dem Sommer: „Nach einer markanten Abkühlung sieht es nicht aus. Temperaturen unter 20 Grad sind derzeit nicht in Sicht.“

Die hohen Temperaturen machen freilich auch gerade älteren und kranken Menschen sowie kleinen Kindern zu schaffen. Sollte auch noch die Luftfeuchtigkeit kräftig steigen, ist laut Professor Angela Schuh, medizinische Klimatologin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, die Thermoregulation des Körpers stark belastet. „Der Körper möchte die Kerntemperatur von 37 Grad erhalten. Wenn die Außentemperatur so hoch ist, muss er regulieren, um seine Temperatur zu halten“, erklärt die Wissenschaftlerin. Mit dem Blut wird die Wärme aus dem Körperinnern an die Hautgefäße gebracht. Die Hautgefäße müssen weitgestellt werden, damit die Haut gut durchblutet ist.

„Dann treten die Schweißdrüsen in Aktion“, erläutert die Professorin. Der Schweiß tritt auf die Haut, verdunstet an die Umgebung - dabei wird Verdunstungskühle frei. Das Blut kühlt ab und fließt mit geringerer Temperatur in den Körperkern zurück.

Wenn es aber schwül ist, kann der Schweiß nicht verdunsten - er bleibt auf der Haut liegen. Damit fehlt die Kühlung. Der Körper versucht, durch eine Steigerung der Herzfrequenz, noch mehr Blut an die Hautregion zu transportieren. „Und das belastet insgesamt den Kreislauf“, erklärt die Medizinerin.

Kranken und alten Menschen rät Professor Schuh, bei Hitze und Schwüle drinnen zu bleiben und dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Hitze in die Räume kommt. Viel trinken, salzhaltige Speisen essen - diese wichtigen Ratschläge sind allseits bekannt. Dramatisieren will die Klimatologin die Wärme ohnehin nicht: „Wir sollten uns freuen, wenn es endlich warm ist.“

Aber Angela Schuh rät auch den gesunden Menschen von hochintensiven Radltouren bei Hitze ab. Sich im Schatten aufhalten, körperliche Anstrengung meiden - und sich lieber im See abkühlen, ist die klügere Variante. Allerdings unter Einhaltung der entsprechenden Regeln: Nicht mit vollem Magen oder alkoholisiert schwimmen. Und ganz wichtig für den Kreislauf: Keinesfalls erhitzt ins kühle Nass springen.

Von Claudia Möllers

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