Neue Hoffnung für Kinder mit angeborenen Herzfehlern

München - Für Kinder mit einem angeborenen Herzfehler gibt es Hoffnung: Einem Forscherteam der Universitätsklinik München-Großhadern ist es gelungen, einen Herzklappenersatz aus Nabelschnur-Stammzellen zu entwickeln.

München/Erlangen - Experimente einer Münchner Forschergruppe versprechen neue Hoffnung für Kinder mit angeborenen Herzfehlern. Chirurgen des Universitätsklinikums der Landeshauptstadt ist es gelungen, einen Herzklappenersatz aus Nabelschnur-Stammzellen zu entwickeln. Dieser körpereigene Herzklappen- und Gefäßersatz könnte Kindern mit angeborenen Defekten viele Operationen ersparen, teilte das Klinikum der Universität München am Mittwoch mit. Eine Arbeitsgruppe um den renommierten Herzchirurgen Bruno Reichart gewann die Stammzellen aus Nabelschnurblut oder Nabelschnurgefäßen und isolierte die entsprechenden Zellen. Diese wurden dann für etwa drei Monate eingefroren und anschließend rekultiviert.

Das künftige Konzept der Herzchirurgischen Klinik München- Großhadern besteht den Angaben zufolge darin, angeborene Herzfehler bereits vor der Geburt per Ultraschall zu erkennen. Die Eltern könnten dann Nabelschnurblut-Stammzellen ihres Kindes aufbewahren lassen. Dazu habe die Klinik eine Kooperation mit der Stammzellbank des Uniklinikums Erlangen aufgebaut. Das Nabelschnurblut werde direkt nach der Geburt nach Erlangen gebracht, dort aufbereitet, getestet und aufbewahrt. Ziel der Forscher sei es, später mit Hilfe der gewonnenen Nabelschnurzellen einen körpereigenen Herzklappen- oder Gefäßersatz für die Kinder herzustellen und schließlich im Klinikum Großhadern zu implantieren.

Viele Babys und Kleinkinder mit Herzfehlern benötigen eine künstliche Herzklappe oder eine Gefäßprothese, erläuterte das Klinikum. Bislang war man dafür auf die Verwendung fremder Materialien angewiesen. Die kleinen Patienten entwickeln sich aber sehr schnell, und die Klappen wachsen nicht mit. Deshalb muss meist mehrfach operiert werden. Aus diesem Grund suchte man nach einer "idealen Herzklappe" mit lebenslanger Haltbarkeit sowie einem Wachstumspotenzial und einer Regenerationsfähigkeit vergleichbar mit eigenem biologischem Gewebe. Eine Lösung dieses Problems zeichne sich in den Experimenten der Forscher jetzt ab, hieß es.

dpa

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