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Gefährliche Mixtur: Die Droge GBL wird häufig in alkoholischen Getränken untergemischt.

GBL-Händler in Untersuchungs-Haft

Neue Party-Droge: Polizei alarmiert

Eine Frau wurde vergewaltigt, eine andere lag im Koma: Jetzt konnte die Polizei die zwei Tatverdächtigen festnehmen, die in Bad Reichenhall mit dem Betäubungsmittel „GBL“ beinahe zwei junge Mädchen getötet hätten.

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Nur einen Moment der Unachtsamkeit – und schon ist das Glas Wein kein Genussmittel mehr, sondern ein gefährlicher Cocktail: Auf Partys oder in Discotheken wird Frauen unwissentlich GBL ins Glas geschüttet. Auch die beiden Tatverdächtigen Männer im Alter 24 und 25 Jahren haben mit der Droge gedealt. Sie waren der Polizei bereits länger einschlägig bekannt. Nur fehlten die handfesten Beweise. Doch jetzt seien die Indizien stichfest. „Bislang können drei Fälle nachgewiesen werden“, sagt Polizeisprecher Fritz Braun. „Zu weiteren Verdachtsfällen wird noch ermittelt. Es ist wie ein Mosaik, das ständig vervollständigt wird.“ Dennoch geht Braun von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, weil sich viele der Opfer nicht an die Tat erinnern könnten. „Es ist auffällig, dass die Fälle bei uns im Landkreis auftreten.“

Die beiden Männer haben Anfang September zwei junge Mädchen in Bad Reichenhall (Kreis Berchtesgadener Land) in Lebensgefahr gebracht, weil sie ihnen in alkoholischen Getränken GBL verabreicht haben. Bei GBL (Gamma-Butyrolacton) – besser bekannt als „K.o.-Tropfen“ – handelt es sich um eine Industriechemikalie, die als Lösungsmittel zum Entfernen von Farbresten oder als Reinigungsmittel verwendet wird. Der menschliche Körper wandelt die Substanz in „GBH“ um, das auch „Liquid Ecstasy“ genannt wird.

Nach der Einnahme von GBL musste ein 17-jähriges Mädchen zweimal reanimiert werden und lag mehrere Tage im Koma. Zwei Tage zuvor wurde eine 16-Jährige vom Notarzt behandelt. Sie war knapp sechs Stunden bewusstlos. Bei ihr hat sich später der Verdacht bestätigt, dass sie vergewaltigt wurde. Ein drittes Opfer hat sich jetzt gemeldet. Sie musste im bewusstlosen Zustand ins Krankenhaus gebracht werden.

Seit April diesen Jahres brachten die in Piding wohnhaften Männer die Droge in Umlauf – anfangs innerhalb, später auch außerhalb ihres Bekanntenkreises. Alle drei Frauen hätten laut Polizei die Droge freiwillig eingenommen, „aber nichts von ihrer Wirkung gewusst“, sagt Braun. Zumindest bei dem Fall der 16-Jährigen ist davon auszugehen, dass die Täter die Dosierung absichtlich zu hoch wählten, um die Frau zu vergewaltigen.

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Die Droge GBL wird häufig verwendet, um Frauen zu betäuben. Aufsehen erregte beispielsweise der Fall „Liserl“. Im April 2008 stieß die Polizei München zufällig auf den Fall, hatte drei Täter, aber kein Opfer. Das Trio kam wegen Verdachts auf Rauschgifthandel in Untersuchungshaft. Die Polizei beschlagnahmte auch ein Handy, auf dem Fotos zu finden waren, die belegen, dass die Männer eine Frau vergewaltigt haben. Die Frau konnte jedoch nicht identifiziert werden, woraufhin ein Aufruf gestartet wurde. Das Opfer meldete sich erst einige Monate später. Die Täter wurden zu acht bzw. neun Jahren Haft verurteilt.

Ebenfalls Mitte 2008 waren 2800 Polizisten bei einer Groß-Razzia in Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Unter anderem flog Walter G. aus Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck) auf, der im großen Stil Liquid Ecstasy übers Internet verbreitete. Bei dem 38-Jährigen und seinem Komplizen wurden mehrere Tonnen Chemikalien entdeckt. Der Abtransport per Lkw dauerte zwei Tage. Walter G. wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.

von Anne Kunze

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