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Symbolbild

Dauerstreitthema

Neue Zahlenschlacht um die Lehrerstellen

München – Die Zahl der Lehrerstellen in Bayern bleibt ein Dauerstreitthema. Am Freitag lieferten sich die SPD und das Kultusministerium eine schwer durchschaubare Zahlenschlacht.

Die SPD-Landtagsfraktion warf der CSU vor, ihr Wahlversprechen gebrochen zu haben. „Trotz der Zusage, im Bayernplan, die demographische Rendite voll in den Schulen zu belassen, sind bereits am 1. August 2013 773 Stellen für Lehrpersonal aus dieser Rendite an den Schulen ersatzlos gestrichen worden“, kritisiert Volkmar Halbleib, der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Noch Ende Juli hatte die CSU in ihrem Bayernplan garantiert, dass trotz sinkender Schülerzahlen die freiwerdenden Lehrerstellen vollständig im Bildungssystem belassen werden.

Das Kultusministerium konterte, es seien im selben Haushaltsjahr 1049 zusätzliche und unbefristete Stellen geschaffen worden. Das ergebe ein Plus von 276 Stellen. Diese Rechnung will die SPD jedoch nicht gelten lassen. Die Zahl der zusätzlichen Lehrerstellen beruhe maßgeblich auf dem Ausgleich nach der Rücknahme der 42-Stunden-Woche. Dafür musste das Kultusministerium 900 zusätzliche Planstellen schaffen. Mit der demographischen Rendite aus dem Bayernplan habe das nichts zu tun. „Es ist schon dreist, wie das Kultusministerium erneut versucht, die tatsächlichen Stellenstreichungen durch Rechentricks zu verheimlichen“, sagt Halbleib.

Das Ministerium wirft Halbleib im Gegenzug vor, ein falsches Bild zu vermitteln. Die Staatsregierung habe von 2008 bis 2013 insgesamt mehr als 5000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Durch die 900 Planstellen und die 149 zusätzlichen Stellen sei die Zahl der Lehrerstellen 2013 erneut um 276 angestiegen, sagt Pressesprecher Ludwig Unger. „Wir beschäftigen mehr Lehrer, die weniger Unterrichtsstunden halten müssen“, betont er. „Das bedeutet für die Lehrer eine Entlastung und für den Unterricht eine Qualitätssteigerung.“ Diese Rechnung will die SPD nicht gelten lassen. Sie bleibt bei ihrem Vorwurf, dass das Ministerium mit den Zahlen trickse.

Max Schmidt, Vorsitzender des bayerischen Philologenverbandes, will nicht von einem gebrochenen Wahlversprechen reden. Unter dem Strich gebe es nun 276 Lehrerstellen mehr, betont er. „Das ist doch das, was zählt.“ Klaus Wenzel, der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), räumt allerdings ein, dass das Ministerium eine „gewisse Erfolgsrhethorik“ benutze. „Vor einigen Jahren hat man den Lehrern zwei Stunden mehr aufgebrummt, nun wird wieder auf eine 40-Stunden-Woche reduziert und alle sollen Beifall klatschen“, betont Wenzel. Die Rechnung des Ministeriums sei nicht falsch, urteilt er. Aber eben auch nicht ganz korrekt.

Katrin Woitsch

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