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Ein “Flirt„-Zug der neuen Berchtesgadener Land Bahn (BLB).

Berchtesgaden: Bahn-Betreiber ohne Züge?

Berchtesgaden/Freilassing - Die Bahn im Berchtesgadener Land bekommt zum Fahrplanwechsel an diesem Sonntag auch einen neuen Betreiber. Doch mit den Zügen gibt es noch Probleme.

Zwischen Freilassing und Berchtesgaden wird die Deutsche Bahn AG dann von der privaten Berchtesgadener Land Bahn (BLB) abgelöst. Gleichzeitig sollen fünf Triebwagen der Neubaureihe "Flirt" die BLB-Ära einläuten. Doch bislang haben sie noch gar keine Zulassung. Hintergrund sind umfangreiche Sicherheits-Überprüfungen, die das Bundeseisenbahnamt für die Personenbeförderung seit dem Sommer allen Betreibern auferlegt hat. Für den BLB-Start könnte das bedeuten, dass anstelle des "Flirt" erst einmal nur Busse oder betriebsfremde, aber bereits zugelassene Triebwagengarnituren zum Einsatz kommen.

BLB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann berichtet, "bis 9. Juni 2009 lief alles im Plan, plötzlich verlangte das Eisenbahnamt in Bonn eine sogenannte Gleisschaltmittelprüfung". Das bedeutete unter anderem, elektronische Einrichtungen auch des neu gefertigten "Flirt" mussten neu überprüft werden. "Diese Tests können nur auf einer einzigen Strecke in der Nähe von München gemacht werden, außerdem brauchten wir zwei unabhängige Prüfer", schildert Schuchmann die Folgen. "Allein diese Gutachten brachten einen Zeitverlust von acht Wochen."

Ein bundesweites Sicherheitsproblem bei Bremsfedern "machte der Inbetriebnahmegenehmigung einen weiteren Strich durch die Rechnung", klagt der BLB-Chef. "Diese Problematik bei den Bremsfedern führte dazu, dass das Bundesamt jetzt eine Überprüfung aller Bremssysteme anordnete." Betroffen davon auch wieder: Der neue BLB-"Flirt". "Der Hersteller in Berlin hat sofort alle Bremsfedern ausgetauscht, doch das reichte dem Bundesamt nicht", erklärt Schuchmann. Das Amt verlangte vielmehr Gutachten vom Bremsenhersteller, "dass die neuen Bremsfedern kein Sicherheitsrisiko mehr darstellen würden". Das habe weitere vier Wochen gekostet, "aber seit einer Woche ist auch das erledigt".

Doch aufatmen können die BLB-Verantwortlichen deshalb noch immer nicht. "Jetzt müssen die Gutachter und Prüfer des Eisenbahnamtes erst ihre Berichte schreiben, und jede Abteilung muss letztendlich die Zulassung unterschreiben." Ob das Amt dies in den wenigen noch bleibenden Arbeitstagen bis zum Neustart im Berchtesgadener Land schafft, ist nach Befürchtungen der BLB fraglich.

Schuchmann ist dennoch eher optimistisch: "Ich rechne mit einer Wahrscheinlichkeit von 80:20, dass die Zulassung noch rechtzeitig kommt." Wenn doch nicht, dann sieht der Alternativplan entweder einen Busverkehr vor, oder erst einmal kommen andere, bereits zugelassene Triebwagen des Herstellers ab Sonntag zwischen Freilassing und Berchtesgaden zum Einsatz.

dpa

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