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Dem angeklagten ehemaligen Chefarzt wird vorgeworfen, sich unter dem Vorwand einer medizinischen Studie an jungen Frauen vergangen zu haben.

Anklage wegen sexueller Nötigung

Neuer Befangenheitsantrag im Chefarzt-Prozess

Bamberg - Der Prozess gegen einen ehemaligen Bamberger Chefarzt wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch kommt nur schleppend voran. Ein Antrag der Verteidigung folgt dem nächsten.

Nachdem Befangenheitsanträge gegen einen Gutachter und gegen die komplette Strafkammer am Landgericht Bamberg abgelehnt worden waren, stellte die Verteidigung am Montag einen neuen Antrag - sie hält den Vorsitzenden Richter und die Schöffen für befangen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Mediziner Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll im Klinikum Bamberg Patientinnen ruhiggestellt und sich an ihnen vergangen haben. Der Arzt bestreitet die Vorwürfe. Er habe aus rein medizinischen Gründen und nicht wegen sexueller Motive gehandelt, hatte er bislang stets erläutert.

Trotz der Anträge ging es am Montag auch um die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den Spezialisten für Gefäßchirurgie. Konkret äußerte er sich zum Fall einer damals 17 Jahre alten Patientin, die er im Juli 2014 untersucht hatte. Den Ermittlungen zufolge soll er sie dabei missbraucht sowie Fotos und Videos ihres Intimbereichs gemacht haben.

Die Untersuchung soll er um 17.00 Uhr durchgeführt haben, als kein weiteres Personal mehr anwesend war. Dies begründete der Mediziner vor Gericht damit, dass der Termin bereits eineinhalb Stunden früher vereinbart gewesen sei. Da sich die Patientin aber verspätet habe, sei er allein mit ihr gewesen. Auch sein Vorgehen bei der Untersuchung selbst habe medizinische Gründe gehabt, sagte er.

dpa

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