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Die Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa häufen sich. Ein mutmaßliches Opfer hat nun an Eides statt gegen den Geistlichen ausgesagt.

Bischof Mixa zutiefst erschüttert über Vorwürfe

München - Die Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa häufen sich. Mixa weist jedoch weiterhin alles von sich. Die Organisation "Wir sind Kirche" fordert nun, er solle sein Amt ruhen lassen.

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Schrobenhausen: Runder Tisch zu Misshandlungsvorwürfen

Neue Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa: Ein weiteres mutmaßliches Prügelopfer habe sich gemeldet, berichtet die “Süddeutsche Zeitung“. Die Frau erkläre an Eides statt, sie sei von Mixa während dessen Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer “mit voller Wucht ins Gesicht“ geschlagen worden.

Inzwischen beschuldigten damit vier Frauen und zwei Männer den Augsburger Bischof der Misshandlung. Mixa weist die Vorwürfe zurück. Die heute 47-jährige Frau lebte dem Bericht zufolge zwischen 1968 und 1977 in einem Schrobenhausener Kinderheim. Sie berichtet zudem, Heimkinder hätten stundenlang Mixas Auto putzen müssen.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Mixa erklärte am Donnerstag: “Ich versichere nochmals, dass ich zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe.“ Er sei “zutiefst erschüttert über die Anschuldigungen, die mir gegenüber erhoben werden“, teilte der Bischof mit. Zudem erklärte er seine Bereitschaft, “mit Männern und Frauen, die in ihrer Jugendzeit im Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen gelebt haben, über ihre Erinnerungen, Erlebnisse und Vorwürfe zu sprechen, um zuzuhören und zu erfahren, was sie in ihrer Kindheit belastet hat.“

Zwei der angeblich von Walter Mixa verprügelten Heimkinder haben nach einem Pressebericht ablehnend auf das Dialogangebot des Bischofs reagiert. Beide Frauen könnten in den Äußerungen des Augsburger Bischofs kein annehmbares Gesprächsangebot erkennen, erklärten sie in einem Interview mit dem Onlinedienst sueddeutsche.de. Man werde erst dann ein Treffen in Betracht ziehen, wenn Mixa eingesteht, dass er sie geschlagen habe. “Ich spreche auf keinen Fall mit jemandem, der mich als Lügner hinstellt“, zitiert der Internetdienst eine der beiden Frauen.

Die katholische Laienorganisation “Wir sind Kirche“ forderte den Bischof auf, solange sein Amt ruhen zu lassen, bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt seien. Der Sprecher der Organisation im Bistum Augsburg, Herbert Tyroller, kritisierte, dass Mixa mit der Androhung zivil- und strafrechtlicher Konsequenzen die Opfer einschüchtere. Das sei nicht der “richtige christliche Weg“.

Unterstützung vom Generalsekretär der Deutschen Bischofskonferenz

Unterstützung erhielt Mixa vom Generalsekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer. “Ich glaube erst mal, dass hier Behauptung gegen Behauptung steht“, sagte er dem Deutschlandfunk. “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht eine Behauptung vieler Menschen, mehrerer Menschen in der 'Süddeutschen Zeitung' gegen die Entlastung, die das Bistum Augsburg seinem Bischof gibt. Ich glaube ihm.“

Er denke, dass das Bistum die richtigen Schritte gemacht habe, “dass es zu einem klärenden Prozess kommt, dass über die Dinge weiter gesprochen wird“.

Unverjährter Vorwurf

Die sechs Personen, die Vorwürfe erheben, sind laut “SZ“ heute zwischen 41 und 48 Jahre alt. Mixa war ab 1975 Stadtpfarrer in Schrobenhausen, später auch Dekan. Auch Nonnen sollen den Schilderungen zufolge in dem Heim Kinder geschlagen haben, wie die Zeitung berichtet. Sie zitiert zudem eine ehemalige Erzieherin, die berichtet, noch 2005 - also in nicht verjährter Zeit - habe eine Schwester ein Kind geschlagen.

In staatlichen Heimen der DDR hat es einem Bericht des “Tagesspiegels“ zufolge offenbar zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gegeben. Die Leiterin der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, Gabriele Beyler, sagte der Zeitung, bei ihr hätten sich bislang 25 ehemalige Insassen von DDR-Kinderheimen gemeldet, die von massiven sexuellen Übergriffen durch Erzieher berichteten.

Missbrauchsfälle auch an Internat in Fulda

Weitere Berichte seien bei dem CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Kolbe und dem von Thüringen eingesetzten Berater für SED-Opfer, Manfred May, eingetroffen. Die bis jetzt bekanntgewordenen Fälle, in denen es um sexuellen Missbrauch an 6- bis 17-Jährigen in unterschiedlichen Heimen gehe, sind nach Ansicht Beylers nur die Spitze des Eisbergs, wie der “Tagesspiegel“ berichtet.

Nach einem Bericht der “Fuldaer Zeitung“ wird auch die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein im Kreis Fulda mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. In einem anonymen Brief, der der “Fuldaer Zeitung“ zugespielt worden sei, würden Mitarbeiter des Internats - allesamt keine Pädagogen - namentlich beschuldigt, in den 1970er Jahren Schülerinnen missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen.

DAPD

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