Neuer Wirbel um G 8 und G 9

München – Der Monat März wird der Monat der Debatte über das Gymnasium. Kommenden Freitag will Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) die Ergebnisse einer großen Lehrerumfrage zum achtjährigen Gymnasium vorlegen.

Und der SPD-Spitzenkandidat Christian Ude eröffnete die Diskussion bereits mit einem ungewöhnlichen Vorschlag: Er will Eltern und Schülern die Wahl zwischen G 8 und G 9 lassen.

„Das ist die größte Auswertung, die es je gab“, sagte Spaenle unserer Zeitung. Mehr als 10 000 Lehrer hatten auf Anfrage des Ministeriums das G 8 nach verschiedenen Kriterien bewertet.

Ein besonderes Augenmerk galt dem Lehrplan. Ob es hier nach verschiedenen Reformen der Vergangenheit erneut Änderungen geben wird, steht laut Spaenle noch nicht fest. „Das hängt vom Ergebnis der Auswertung ab.“ Keinen Korrekturbedarf erkennt der Minister bei der Stundentafel. Der Philologenverband hatte hier gefordert, die Kernfächer in der Mittelstufe (derzeit nur drei Wochenstunden Mathe in der 8. Klasse) zu stärken. Spaenle denkt daran, die Intensivierungsstunden in der Mittelstufe verpflichtend für die Kernfächer zu reservieren und so eine vierte Stunde zu gewinnen.

Für Udes Vorschlag hatte Spaenle am Donnerstag nur Spott („landespolitischer Dilettantismus“) übrig. Ude hatte der Nachrichtenagentur dapd gesagt, er halte die Festlegung auf das G 8 für falsch. Schüler und Eltern sollten die Wahl zwischen einem acht- und einem neunjährigen Gymnasium haben. Diese Regelung gibt es in Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein. Die Problematik ist allerdings, dass an einem Schulstandort in aller Regel nicht beide Formen gleichzeitig angeboten werden können.

Auch der Bayerische Philologenverband hatte schon vor Jahren ein ähnliches Modell vorgeschlagen – ein „Brückenjahr“ zwischen der 10. und 11. Klasse mit Möglichkeiten zur Vertiefung von Stoff und eventuell auch Auslandsaufenthalte. „Diese Idee verfolgen wir nach wie vor“, bestätigt Philologenchef Max Schmidt. Am 29. März dürften die Vorschläge bei einer Anhörung im Landtag weiter erörtert werden.

Dirk Walter

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