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Ferdinand Stoßer und Veronika Härtl sind das neue Brautpaar der Landshuter Hochzeit.

Historisches Festspiel

Landshuter Hochzeit hat neues Brautpaar

Landshut - Die Landshuter Hochzeit hat ein Brautpaar: Knapp vier Monate vor Festbeginn sind die Schauspieler vorgestellt worden, die den Herzogssohn und seine Braut spielen sollen.

Veronika Härtl und Ferdinand Schoßer dürfen das Hochzeitspaar aus dem Jahr 1475 darstellen. Bei dem Fest wird die Vermählung des Herzogssohns Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig nachgespielt. „Die Familien des Brautpaares sind seit Jahrzehnten mit der Landshuter Hochzeit verwurzelt“, sagte Landshuts Oberbürgermeister Hans Rampf (CSU) am Montag bei der Vorstellung des Paares. Bereits die Urgroßeltern des jetzigen Bräutigams waren 1930 das Brautpaar. „Bis heute sind sie die einzigen , die auch im wirklichen Leben ein Paar waren“, erläuterte der Vorsitzende des Festspielvereins „Die Förderer“, Ernst Pöschl.

Auch das heutige Brautpaar kennt sich bereits aus dem Kindergarten. „Das ist optimal. Man muss sich gut verstehen, weil man in der Vorbereitung und auf dem Fest sehr viel Zeit miteinander verbringt“, sagte der 21-jährige Schoßer. Er hat vor allem Respekt vor den Reit- und Tanzeinlagen. „Mein Vater leitet die Reitergruppe und meine Mutter tanzt. Da darf ich es nicht versauen“, betonte der Architekturstudent an der Hochschule Regensburg.

Seine Braut durfte vor acht Jahren die Brautschleppe tragen. Jetzt ist die 20-Jährige die Hauptdarstellerin des Festes - obwohl sie sich als Edeldame beworben hatte. „Aber die Krone passt mit ganz gut“, sagte die Studentin. Für die etwa 2500 Kostüme dürfen sich nur Menschen aus Landshut und dem Landkreis bewerben. Bei der Auswahl spielt neben der Körpergröße die Haarlänge eine entscheidende Rolle. Außerdem müssen die Teilnehmer auf modische Accessoires wie Brillen und Piercings verzichten.

Die Landshuter Hochzeit wird alle vier Jahre gefeiert, in diesem Jahr zum 40. Mal - vom 28. Juni bis zum 21. Juli. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 600 000 Besuchern. An jedem der vier Wochenenden zieht dabei ein großer Festzug durch die Altstadt mit 2500 mittelalterlich gekleideten Figuren vom Kaiser über den Fürsten und Gesandten bis zum Gaukler und Bettler. Das Spektakel kostet knapp vier Millionen Euro, trägt sich nach Angaben der Veranstalter aber mit Hilfe von Sponsoren und Eintrittsgeldern selbst.

Erstmals können sich die Besucher auf einen originalgetreuen mittelalterlichen Schwertkampf freuen. Seit fast drei Jahren trainieren die Kämpfer, um im Sommer auf der Wiese neben der Burg Trausnitz ein besonderes Spektakel zu zeigen. „Es werden Kampfszenen mit Langschwert, Luzerner Hammer, Dolch und Spieß gezeigt“, erläuterte Joachim Rogos, der für die Fechtszenen verantwortlich ist. Ein Hollywood-Spektakel wird es aber nicht geben. Wichtiger ist den Veranstaltern die Authentizität des Festes.

dpa

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