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Heizen mit Holz: Ob dabei zuviel Feinstaub entsteht, misst der Kaminkehrer. Wenn ja, müssen Öfen nach neuen Umweltauflagen mit Filtern nachgerüstet werden.

Strengere Umweltauflagen

Neues Gesetz: Ohne Filter Ofen aus

München - Die Umweltauflagen für Kachelöfen und Kamine werden verschärft. Schätzungen zufolge müssen bundesweit rund 4,5 Millionen Öfen nachgerüstet oder umgetauscht werden. Bei Kaminkehrern aus der Region stößt die Neuregelung auf Skepsis.

Künftig gelten für neue Kachel- und Kaminöfen strengere Obergrenzen. Das Gesetz mit dem Ziel, die Feinstaubbelastung zu verringern, die beim Heizen mit Holz entsteht, bekam am Donnerstagabend eine breite Mehrheit im Bundestag. Und nicht nur Öfen, auch Heizungsanlagen, die mit Holz betrieben werden, müssen bald strengere Grenzwerte einhalten.

Allerdings gelten hier Übergangsfristen, die frühestens 2015 auslaufen. Es muss aber nicht jeder Ofenbesitzer nachrüsten, beruhigt eine Sprecherin des bayerischen Umweltministeriums: „Mit dem jetzigen Kompromiss wird die Feinstaubbelastung reduziert, aber zugleich ein Stück bayerisches Kulturgut erhalten.

Ausgenommen sind unter anderem offene Kamine, historische Öfen und klassische Kachelöfen.“ Sollte eine Umrüstung erforderlich sein, würden je nach Baujahr des Ofens bis zu 15 Jahre Zeit bleiben.

Nicht betroffen sein sollen auch Holzöfen in Häusern ohne Zentralheizung. Bei allen anderen Öfen ist die Brennleistung maßgeblich, erklärt Achim Heckel vom Bundesverband des Schornsteigerhandwerks. Ab einer Leistung von 4 Kilowatt fallen sie unter die Neuregelung und der Feinstaub muss gemessen werden.

Das Bundesumweltministerium schätzt die Zahl der betroffenen Öfen bundesweit auf 4,5 Millionen, rechnet aber damit, dass deren Nachrüstung rund 500 Euro kosten wird. Noch sind zwar nur wenige Feinstaubfilter auf dem Markt, doch die Zahl der Angebote werde bald steigen. „Wie das alles in der Praxis aussehen soll, ist noch total unklar“, sagt Michael Wurzenberger, Bezirkskaminkehrer von Holzkirchen (Kreis Miesbach). Weder über das Messverfahren noch über die Feinstaubfilter wüsste seine Zunft derzeit genug.

Noch etwas anderes ärgert den Kaminkehrer: Und zwar, dass ab 2013 die Monopolstellung der Bezirkskaminkehrer fällt. Wenn dann die private Konkurrenz kommt, stürze dies die bisherigen Kaminkehrer in einen Interessenskonflikt: „Wenn ich jemandem wegen schlechter Messwerte aufbrumme, seine veraltete Heizung für mehrere tausend Euro zu erneuern, dann sucht der sich einen neuen Kaminkehrer“, sagt Wurzenberger.

Weitere Probleme sieht er vor allem auf die vielen Waldbauern mit großen Hackschnitzelheizungen in seinem Bezirk zukommen. Die nachzurüsten, könnte sehr teuer werden. Die neue Verordnung sieht gleichzeitig vor, dass die bundesweit 14 Millionen Besitzer einer Öl- oder Gaszentralheizung künftig nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle drei Jahre kontrolliert werden müssen. Verfehlt findet das Bezirkskaminkehrer Klaus Hops aus Starnberg. „Bei den Zentralheizungen haben wir oft Mängel festgestellt“, sagt er. Hops hält die Abgase von Öl und Gas für gefährlicher als den Feinstaub, der beim Verbrennen von Holz entsteht. „Da übertreiben’s einfach.“

Die Leute müssten einfach nur richtig einheizen, schon würde es weniger stinken, rät der Kaminkehrer, der seit 50 Jahren Kamine fegt: „Die Leute verbrennen Abfall oder zu nasses Holz und geben zu wenig Verbrennungsluft. Dann stinkt es halt.“

Susanne Sasse

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