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Wendi ist eine von 19 Kühen, die im Milchvieh-Laufstall aus Holz auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest wohnt.

Zentral-Landwirtschaftsfest

Der neueste Trend: Ein Stall aus Holz

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München – Das macht die Kühe und den Landwirt froh: Der Milchvieh-Laufstall auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest ist aus Holz. Der Bayerische Bauernverband wirbt für den Baustoff, weil er gut für die Umwelt ist.

Kuh Wendi hält ihren Hals an die gelbe, runde Bürste und lässt sich massieren. „Ach, ist das schön“, mag sie sich denken und gähnt. Sie leckt sich über die Schnauze, dreht den Kopf, damit sich die Bürste über ihre Stirn dreht und streckt die andere Seite des Halses gegen die Borsten. Wendi wohnt mit 18 anderen Kühen im Milchvieh-Laufstall auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest. Das Besondere: Das Modulbausystem von Grub-Weihenstephan ist komplett aus heimischem Holz gebaut.

Der Stall wird gerne als „Wellnesstempel für Kühe“ bezeichnet. Nicht nur wegen der Massagebürste, sondern weil die Tiere dort ihrem eigenen Rhythmus folgen können. Die hellbraune Tiba geht etwa gerade zum Melken in den Roboter, einer Maschine, deren Eingang ein bisschen an die Absperrzäune vor Konzerthallen erinnert. Die dicke Erna frisst auf der anderen Seite des Stalls. Dazwischen haben es sich Wally, Suleika und Pia in ihren Boxen bequem gemacht.

So mancher Besucher scherzt, dass den Bauherren beim Dach das Geld ausgegangen ist. Aber der Schlitz zwischen Liegebereich und Futtertisch hat einen Grund. „Das ist die eingebaute Kuhdusche“, erklärt Jochen Simon, Architekt an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, die den Stall zusammen mit dem Bayerischen Bauernverband und proHolz Bayern gebaut hat.

Die Idee dahinter ist, den Kühen viel Licht und Luft zu bieten, dem Landwirt aber gleichzeitig die Arbeit zu erleichtern. Zwischen Fress- und Schlafplatz ist der Laufhof platzsparend integriert. „Durch die Modulbauweise kann der Landwirt beliebig ierweitern“, sagt Michael Höcker von proHolz Bayern.

Gerade setzt sich das automatische Futtersystem in Bewegung und verteilt die Silage am Rand des Stalls. Grund genug für Wally, Suleika und Pia, mal wieder aufzustehen. „Die Kühe liegen um die zwölf Stunden in ihren Boxen, durch den Fütterautomat werden sie sieben bis acht Mal am Tag animiert, hinzugehen“, sagt Höcker. Auch Ausmisten funktioniert im Stall automatisch.

Für den Landwirt hat der Laufstall vom ZLF noch einen Vorteil: Er kann Holz aus dem eigenen Wald beim Schreiner vor Ort herrichten lassen und beim Bau mitanpacken, weil alle Teile nur verschraubt werden. „Holz ist der Baustoff der Zukunft“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl gestern beim Waldbauerntag auf dem ZLF. Er werbe dafür, weil es nichts Nachhaltigeres gebe, als das Bauen mit Holz. Trotzdem liegt die Holzbauquote laut proHolz in der Landwirtschaft nur bei 35 Prozent. Damit liegt die Branche zwar vorne, die Quote ist in den letzten zehn Jahren aber um zehn Prozent gesunken. „Die großen Stallhersteller setzen auf Stahl und Beton“, sagt Höcker.

Für den Milchvieh-Laufstall auf dem Ausstellungsgelände wurden 35 Kubikmeter Schnittholz verbaut. „Die Menge wächst in den bayerischen Wäldern in einer Minute nach.“ Mit seinem Holzvorrat liegt Deutschland im europaweiten Vergleich an der Spitze, sogar vor Finnland und Schweden. „Wir haben gemäßigteres Klima und die Sonne scheint im geraden Winkel auf die Wälder“, erklärt Höcker. Die Bäume sind wichtig. Denn: „Beim Wachsen speichern sie Kohlenstoffdioxid. Wenn das Holz verbaut wird, ist es dauerhaft gebunden.“ Der Stall auf dem ZLF hat 24 Tonnen CO2 für immer konserviert.

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