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Teurer Straßenausbau

B15-Streckenabschnitt doppelt so teuer wie geplant

München - Rekordverdächtig: 182 Millionen Euro soll ein Ausbau der B15 in Niederbayern kosten - viel mehr als ursprünglich geplant. Nun hagelt es heftige Kritik von den Grünen. Zu Recht?

Ein neun Kilometer langer Streckenabschnitt der neuen B15 in Niederbayern soll rekordverdächtige 182 Millionen Euro kosten. Das geht aus der Antwort der Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär (CSU), auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Thomas Gambke hervor. Darüber berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag).

Die erst gut ein Jahr alte letzte Kostenschätzung für den Abschnitt zwischen Ergoldsbach und Essenbach würde damit um 60 Millionen Euro übertroffen - jeder einzelne Kilometer wird nun mit voraussichtlich 20 Millionen Euro zu Buche schlagen. Im Vergleich zu den Annahmen aus dem Jahr 2009 würden sich die Kosten sogar mehr als verdoppeln.

Sind die Kosten gerechtfertigt?

„Kostensteigerungen bei Straßenverkehrsprojekten sind ja an der Tagesordnung, aber Steigerungen von über 100 Prozent schlagen dem Fass schon den Boden aus“, kritisierte Gambke. „Wer bei den Kosten so krass daneben liegt, muss sich fragen lassen, ob er beim Nutzen noch glaubwürdig ist.“ Der Abschnitt soll bis 2019 für den Verkehr freigegeben werden.

Die B15neu soll autobahnartig ausgebaut werden und eine bislang fehlende schnelle Nord-Süd-Verbindung im östlichen Bayern schaffen. Noch nicht festgelegt ist der weitere Trassenverlauf von Niederbayern bis zur Autobahn 8 in Oberbayern. Umweltschützer halten das Projekt für überdimensioniert, die örtliche Wirtschaft dagegen hält die neue Straße für unbedingt erforderlich. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war im Frühjahr bereits von den Neubauplänen abgerückt, doch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte das nach Protesten schnell wieder kassiert.

dpa

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