Gerichtsurteil

Mordversuch an Ex-Freundin: Neuneinhalb Jahre Haft

München - Mit zahlreichen Messerstichen verletzte ein Rentner seine jüngere Freundin schwer - beide hatten sich über eine Anzeige kennengelernt. Nun muss er knapp zehn Jahre ins Gefängnis.

München - Wegen Mordversuchs an seiner Ex-Freundin ist ein 71 Jahre alter Mann am Freitag vom Münchner Landgericht zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Rentner hatte dem Urteil zufolge im Juli 2011 die 28 Jahre jüngere Frau in deren Wohnung mit 15 Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Er konnte ihre finanziellen Forderungen nicht mehr erfüllen, von denen sie die Beziehung abhängig gemacht hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Jahre Haft beantragt, die Verteidigung acht Jahre.

Zugunsten des 71-Jährigen wurde dessen „voll umfängliches Geständnis“ berücksichtigt. Der Angeklagte habe sogar den Tötungsvorsatz und die Heimtücke seines Angriffs eingeräumt und sich damit eines Mordversuchs schuldig bekannt. Ein solches Geständnis habe eine „besondere Qualität“, sagte der Vorsitzende Richter Michael Höhne. Damit habe der 71-Jährige sich „eine realistische Chance verschafft, das Gefängnis noch zu Lebzeiten zu verlassen“.

Kontakt per Internetanzeige

„Dame, 39, sucht gut situierten Herrn“: Auf diese Internetanzeige der Frau hatte sich der Angeklagte vor Jahren gemeldet. Beide vereinbarten Treffen an zwei Wochenenden pro Monat, dafür sollte der Rentner monatlich 2000 Euro zahlen. „Käufliche Liebe“ sei dafür eine „verklärende Bezeichnung“, sagte Höhne, „es war käuflicher Sex“. Der Angeklagte habe zu dem luxuriösen Lebensstil einer „Gelegenheitsprostituierten“ beigetragen, die sich absprachewidrig noch andere „zahlende Freunde“ gehalten habe.

Der Rentner mit kargen Altersbezügen und gelegentlichen Honoraren für Reparaturen pumpte Bekannte an, konnte aber schließlich die Forderungen seiner Freundin nicht mehr erfüllen. „Sie drohte ihm - rechtlich unhaltbar - mit einer Strafanzeige und machte sogar ein Gespräch von der Zahlung von 12 000 Euro abhängig“, sagte Höhne. Tagelang aufgestaute Wut habe dann zu der Tat geführt

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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