Staatsanwaltschaft prüft den Fall

Niederbayer sticht sich in den Bauch und lügt über dunkelhäutige Täter - das droht ihm jetzt 

Aufregung in Neustadt an der Donau (Lkr. Kelheim) am späten Montagabend. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Ort und einige Streifenwagen standen in den Straßen.

Am Montagabend entdeckte eine Frau ihren 42-jährigen Ehemann mit Stichverletzungen auf der Terrasse. Er beschuldigte drei Dunkelhäutige - eine Lüge! 

Trotz falscher Beschuldigung: Kein juristisches Nachspiel nach Messer-Lügengeschichte? 

Update am 13. September, 12.10 Uhr: 

Obwohl der Verletzte gegenüber seiner Frau behauptete, von dunkelhäutigen Tätern mit einem Messer angegriffen worden zu sein und die Polizei daraufhin eine Großfahndung einleitete, droht ihm möglicherweise kein juristisches Nachspiel. 

Laut Strafgesetzbuch-Paragraf 145d liegt ein Vortäuschen einer Straftat nur dann vor, wenn die bewusst falsche Behauptung gegenüber „einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle“ erfolgte. In diesem Fall sagte der Schwerverletzte offenbar seiner Frau, dass er von den unbekannten Männern attackiert worden sei. Er konnte auf Grund seiner Verletzungen am Abend wohl nicht vernommen werden. Seine Frau berichtete den Polizisten, was ihr Mann ihr gesagt hat. Daraufhin setzten die Ermittler sogar einen Polizeihubschrauber zur Fahndung nach den angeblichen Tätern ein. 

Ob das Ganze trotzdem noch juristische Folgen für den Mann haben wird, möchte Oberstaatsanwaltschaft Dr. Markus Pfaller von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Regensburg noch nicht bewerten. Die Informationen zu dem Fall seien „noch sehr vage“, eine verlässliche Bewertung sei noch nicht möglich. Laut Dr. Pfaller gibt es verschiedene Delikte, die grundsätzlich in Frage kommen. Neben dem Vortäuschen einer Straftat müssten beispielsweise auch die Delikte der „üblen Nachrede“ (Paragraf 186 StGB), „Verleumdung“ (Paragraf 187 StGB) oder „falschen Verdächtigung“ (Paragraf 164 StGB) geprüft werden. Nun müsse der Fall jedoch zunächst abschließend ermittelt werden. 

Zur Frage einer möglichen Kostenerstattung für die Großfahndung mit Hubschrauber verwies Dr. Pfaller auf die Polizei. Das habe nicht die Staatsanwaltschaft zu entscheiden. 

Die Geschichte über den Messerangriff ist frei erfunden 

Update am 12. September, 15.25 Uhr:

Wie die Ermittler schon sehr bald auf Grund der Spurenlage vermuteten, ist die Geschichte über den hinterhältigen Überfall durch drei Dunkelhäutige erfunden. 

Gegenüber der Kripo Landshut gab der 42-Jährige zu, dass er sich die Stichverletzungen selbst zugefügt habe. Als Motiv für die Lüge gab er Probleme im familiären Bereich an. Der Verletzte ist außer Lebensgefahr. 

Erstmeldung am Dienstag: Messerangriff in Neustadt an der Donau? Das ist bisher bekannt 

Neustadt an der Donau - Die Kripo Landshut ermittelt in einem rätselhaften Fall in Neustadt an der Donau (Landkreis Kehlheim). Es bestehen Zweifel, ob sich alles so abspielte, wie das Opfer aussagte.  

Klar ist, dass der 42-Jährige am Montagabend Stichwunden im Bauchbereich hatte. Gegen 21 Uhr verständigte seine Frau die Polizei. Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie den Mann schwer verletzt und erheblich alkoholisiert auf. Er wurde in eine Klinik eingeliefert und ist mittlerweile außer Lebensgefahr. 

Attacke von Dunkelhäutigen: Das soll das Opfer gesagt haben

Ab hier wird die Geschichte unklar: Die Ehefrau des Opfers sagte aus, dass sie ihren Mann blutend auf der Terrasse der gemeinsamen Wohnung aufgefunden habe. Er habe ihr erzählt, dass er gegen 20.30 Uhr durch einen Park ging und von drei dunkelhäutigen Männern angegriffen worden sei. Mit den Stichwunden habe er sich noch zu der Wohnung schleppen können. Die Täter kannte er nicht. 

Die Polizei setzte sofort alle Hebel in Bewegung: Suchhunde wurden zur Fahndung nach den unbekannten Tätern eingesetzt, auch ein Polizeihubschrauber kreiste über der Stadt. Gegen Mitternacht wurden die Fahndungsmaßnahmen eingestellt. 

Kripo hat Zweifel an dem Messerangriff in Neustadt an der Donau 

Die Version mit der Attacke der drei Dunkelhäutigen beruht auf der Aussage der Ehefrau. Das Opfer konnte auf Grund seiner Verletzungen noch nicht von den Ermittlern vernommen werden. Die Landshuter Kripo äußert jedoch Zweifel an diesem mutmaßlichen Tathergang. "Aufgrund der bislang durchgeführten Ermittlungen und der Tatortbefundaufnahme, insbesondere der Spurenlage, muss in Betracht gezogen werden, dass sich der Ablauf entgegen den Schilderungen des 42-Jährigen anders zugetragen haben könnte", teilt das Polizeipräsidium Niederbayern mit.

Wieso ist der Fall so brisant? 

Nach den jüngsten Vorfällen von Chemnitz und Köthen, bei denen zwei Deutsche nach Auseinandersetzungen mit Asylbewerbern starben, wirkt dieser Fall erneut als eine Gewalttat, die in dieses Bild passt. Jedoch gibt es offenbar Grund zur Annahme, dass die geschilderte Version nicht korrekt ist. Es kommt immer wieder vor, dass Ausländer bzw. Asylbewerber für Taten beschuldigt werden und sich die Vorwürfe hinterher als Falschaussagen entpuppen. Eine 30-Jährige aus Ismaning behauptete beispielsweise, von Männern arabischen Aussehens beraubt und sexuell belästigt worden zu sein. Nun kam etwas ganz anderes heraus, berichtete jüngst Merkur.de. Auch in Germering sollte der Verdacht nach einem Raubüberfall zuletzt auf Asylbewerber gelenkt werden - auch hier war es eine Lüge

Was in dem Fall aus Neustadt herauskommen wird, ist derzeit aber noch unklar. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen auf Hochtouren - wir werden nachberichten. 

Rätselhafter Fall: Mann mit Stichwunden aufgefunden 

Aufregung in Neustadt an der Donau (Lkr. Kelheim) am späten Montagabend: Ein Schwerverletzter wurde aufgefunden.

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